Ende kommenden Jahres laufe der Vertrag an der Thälmannstraße aus, so Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos). Er habe die Aussage verantwortlicher Mitarbeiter, dass dieser Standort für den Einkaufsmarkt keine Zukunft mehr habe. Käme ein Einvernehmen mit der Stadt zustande, würde der Rewe-Konzern, ähnlich wie im Kaufpunkt Lübbenau, eine Partner-OHG anstreben, die der Stadt erhebliche Steuermittel bringen würde. Zudem würden auf Kosten des Investors Parkplätze am nahen Friedhof errichtet, so Kanzler. "Eine Alternative, was statt dessen auf dem Kulturhausplatz passieren sollte, hat bisher niemand vorgeschlagen", merkte er an.

Alle Argumente aber haben die Ausschussmitglieder nicht umstimmen können. Ausschussvorsitzender Christoph Schneider (Fraktion CDU) zeigte sich erstaunt über ein erneutes Konzept, das schon im Jahr 2010 nicht beschlossen wurde.

Im Jahr 2009 hatte sich der Wirtschaftsausschuss für ein Einzelhandelskonzept ausgesprochen, ohne sich dabei auf den Standort Kulturhausplatz festzulegen. Genau das wollte Christoph Schneider auch diesmal. "Warum wollen wir unseren Marktplatz gefährden, den wir so teuer saniert haben? Der ganze Kulturhausplatz gehört uns nicht einmal", schob er nach.

Ronald Hauck (Fraktion Bündnisgrüne) vermisste bei der Umzugsvariante Vorschläge, was nach der Belegung des Kulturhausplatzes aus dem Standort Thälmannstraße werden soll. "Zudem würden wir das Verkaufsflächenangebot in der Stadt weiter vergrößern", argumentierte er und sagte, dass es vermessen wäre, sich, was den Einzelhandel betrifft, mit Lübbenau vergleichen zu wollen. Peter Juhran (Fraktion Die Linke) bemerkte zynisch: "Ich glaube, dass uns der Beschlussentwurf solange aufs Brot geschmiert wird, bis er schmeckt".