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| 02:32 Uhr

Wunschbaum und Spenden für Hochwasseropfer

Viele Gäste besuchten am Wochenende zum Tag der offenen Tür die Förderschule in Kittlitz. Lehrer, Eltern und zahlreiche Helfer organisierten ein buntes Familienprogramm. In der Schule werden derzeit 35 Schüler zwischen 6 und 20 Jahren betreut.
Viele Gäste besuchten am Wochenende zum Tag der offenen Tür die Förderschule in Kittlitz. Lehrer, Eltern und zahlreiche Helfer organisierten ein buntes Familienprogramm. In der Schule werden derzeit 35 Schüler zwischen 6 und 20 Jahren betreut. FOTO: Daniel Friedrich/dfh1
Kittlitz. Zu einem Tag der offenen Tür hat kürzlich die Förderschule in Kittlitz eingeladen. Schüler und Lehrer stellten sich den Gästen vor, Unterrichtsräume hatten geöffnet und Schülerarbeiten wurden im Haus präsentiert. Zudem konnten die neusten selbstgefertigten Holz- und Keramikartikel bestaunt werden. Daniel Friedrich / dfh1

"Wir möchten den Gästen zeigen, welche Leistungen unsere Schüler trotz ihrer Behinderung vollbringen können. Viele Menschen kommen von außerhalb, um sich die Schule anzuschauen und sie fragen auch nach unseren beliebten Keramikprodukten. Das macht uns stolz", erzählte Schulleiterin Caroline Schulz zum Auftakt.

Bei einer Führung durch das 1991 eröffnete Haus wurden den Besuchern die speziell ausgestatteten Räume, wie etwa der Snoezleraum, gezeigt. Das abgedunkelte Zimmer dient der Erholung, hier können die Schüler auf einem Wasserbett mithilfe von ruhiger Musik und besonderen Lichteffekten entspannen.

Auch auf dem Außengelände herrschte reger Betrieb. Dort waren zahlreiche Sportspiele aufgebaut, Kinder konnten sich schminken lassen und Preise beim Ziel-Sackwerfen und einer großen Tombola gewinnen. Dazu gab es Bratwurst aus dem Steinofengrill, einen Obstbasar sowie Kaffee und Kuchen. Das Besondere dabei: Ein Teil des Preises für Verpflegung und Losverkauf wird direkt auf das neue Konto der Hochwasserhilfe gespendet - eine Idee der Schüler, erklärt Schulleiterin Caroline Schulz: "Die Kinder sehen die Bilder von überschwemmten Häusern und zerstörten Deichen täglich im Fernsehen und in der Zeitung. Wir haben viel mit ihnen darüber gesprochen, und sie wollten unbedingt etwas tun, um den Menschen zu helfen. Deshalb haben wir uns zu dieser Aktion entschlossen."

Unterstützt wurde das Team der Förderschule neben vielen ehrenamtlichen Helfern auch von Schülern des Lübbenauer Paul-Fahlisch-Gymnasiums. Seit Jahren kooperieren beide Einrichtungen und organisieren gemeinsame Projekte.

So behandeln die Gymnasiasten im Rahmen des LER-Unterrichts das Thema Behinderung und besuchen regelmäßig die Kittlitzer Schule. Maxi Schubert (16) und Alexandra Dix (15) gefällt die Arbeit an der Förderschule so gut, dass sie heute selbst mit anpacken:

"Hier herrschen gute Lernbedingungen und eine fast familiäre Atmosphäre, weil die Lehrer jeden Schüler persönlich kennen. Mit unserem Einsatz heute können wir den Kindern und Jugendlichen wirklich helfen und bekommen dafür viel Dankbarkeit zurück. Das ist ein tolles Gefühl!", so Maxi Schubert.

Auf der Wiese neben der Schule haben die beiden einen kleinen Baum aufgestellt, einen Wunschbaum. Auf Zetteln notieren sie, welche Wünsche die Schüler für ihre Schule haben, und hängen sie auf. Die einen möchten mehr Musikunterricht, die anderen mehr Sport.

Viele wünschen sich die Sanierung des Schwimmbades. Das ist zurzeit kaputt, von Baupfusch ist gar die Rede. Doch bis entschieden ist, wer die Kosten übernimmt, werden wohl noch einige Tage ins Land ziehen - zum Leidwesen der Schüler.