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| 13:12 Uhr

Erfahrungsaustausch in der Innenstadt
Wriezen schaut Calauer Stadtkonzept ab

Helga Jochintke (r.) vom Calauer Bauamt informierte die Delegation über Erfahrungen mit dem Projekt „Gemeinsam genutzter Raum“.
Helga Jochintke (r.) vom Calauer Bauamt informierte die Delegation über Erfahrungen mit dem Projekt „Gemeinsam genutzter Raum“. FOTO: Stadt Calau
Calau. Delegation aus Märkisch-Oderland informiert sich über Projekt „Gemeinsam genutzter Raum“ aller Verkehrsteilnehmer. Von rdh

Eine Delegation aus der brandenburgischen Stadt Wriezen (Landkreis Märkisch-Oderland) hat sich Ende der vergangenen Woche in Calau über das in der Cottbuser Straße umgesetzte Projekt „Gemeinsam genutzter Raum“ informiert. Das teilt Pressesprecher Jan Hornhauer mit. Unter der Führung von Helga Jochintke vom städtischen Bauamt hatte die Gruppe um Wriezens Bürgermeister Karsten Ilm viel Gelegenheit, Fragen zu stellen und Ideen zur eigenen Umsetzung zu sammeln. Calaus Bürgermeister Werner Suchner (parteilos) berichtete den Gästen vorab über die Erfahrungen mit dem Projekt.

„Das Modell verfolgt den Ansatz, öffentlichen Straßenraum gemeinsam allen Verkehrsteilnehmern zur Verfügung zu stellen. Das entscheidende Merkmal ist, dass nach diesem Konzept niemand Vorrechte hat“, teilt Hornhauer mit. Die Verkehrsteilnehmer sind vollständig gleichberechtigt, wobei die Vorfahrtsregeln weiterhin gültig sind. Verkehrsschilder, Fußgängerinseln, Ampeln und andere Barrieren sind kaum noch nötig. Dadurch entstehen Vorteile für die Einzelhändler vor Ort. Das Planungsmodell wurde federführend vom Niederländer Hans Monderman in den 1990er-Jahren entwickelt und findet unter dem Titel „Shared Space“ weltweit Anwendung.

2008 wurde Calau neben Luckenwalde und Potsdam-Babelsberg als landesweites Pilotprojekt benannt. Die Maßnahme wurde schrittweise seit 2010 in drei Bauabschnitten umgesetzt. Der letzte Teil, der fünf-
armige Kreisel L 52/Joachim-Gottschalk-Straße, wurde Ende 2017 freigegeben. Insgesamt sind rund 2,93 Millionen Euro investiert worden.

Die Stadt Wriezen im Landkreis Märkisch-Oderland hat rund
7300 Einwohner und bezeichnet sich selbst als „Tor zum Oderbruch“. Die Kleinstadt liegt zwischen dem hügeligen Hochland des Oberbarnim und dem tief gelegenen Flachland des Oderbruches. Mit der Umsetzung des Projektes „Gemeinsam genutzter Raum“ erhofft man sich, wie es in Calau bereits geschehen ist, eine Belebung der Innenstadt.