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| 02:42 Uhr

"Wotschofska, das ist ein Traum”

Das Gasthaus Wotschofska hat ab 2018 einen neuen Pächter: Torsten Teichert löst Gisela Atte ab.
Das Gasthaus Wotschofska hat ab 2018 einen neuen Pächter: Torsten Teichert löst Gisela Atte ab. FOTO: P. Becker/peb1
Lübbenau. Wotschofska ist ein Gefühl. Und wer das einmal fühlte, wird es nicht mehr los. Torsten Teichert weiß wie das ist. Als die Stadt Lübbenau als Eigentümerin des Gasthauses im vergangenen Jahr auf Suche nach einem neuen Pächter ging, weckte das Erinnerungen bei dem heute 45-Jährigen. Hannelore Kuschy

Das Gefühl war wieder da, obwohl er selbst schon viele Jahre nicht mehr auf dieser wunderschönen Insel war. Der Groß Lübbenauer hat 1987/88 im damaligen HO-Restaurant Haus der Gewerkschaft in Calau Koch gelernt. "Wenn in Wotschofska große Veranstaltungen waren, musste ich zwei-, dreimal dort arbeiten. Zum Beispiel auch, wenn die Parteigenossen von der Jagd kamen und es sich dann gut gehen lassen wollten", erzählt Torsten Teichert.

Nach weiteren Stationen, unter anderem im Schloss Lübbenau, übernahm der Mann vom Fach vor 16 Jahren das Calauer Hotel "Zur Post", das inzwischen auch als Caterer weit über die Stadtgrenze hinaus einen Namen hat. Das Hotel bietet Gästen in 15 Zimmern eine Herberge, "und das ganze Jahr über gibt es im Haus gut zu tun", sagt der Chef. Die Stadt und die Calauer schätzen zudem sein Engagemnt beim Ausrichten des alljährlichen Stadtfestes und des Weihnachtsmarktes. Unschätzbare Erfahrungen, die dem Hotelier auf Wotschofska nützlich sein werden. Während seine Schwägerin die "Post" in Calau weiterführen werde, wolle er viel Kraft in diese neue Herausforderung stecken. "Das Haus und die Lage - Wotschofska ist ein Traum", sagt Teichert bewundernd. Er hatte es nicht wirklich für möglich gehalten, dass sich der Hauptausschuss, der auch Werksausschuss ist, am Ende für ihn entscheidet.

"Wir schauten bei diesem Auswahlverfahren nicht nach dem höchsten Pachtpreis", versichert Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos). Entscheidend sei gewesen, dass jemand gefunden wird, mit dem langfristig gearbeitet werden kann und der auch Erfahrungen auf dem Gebiet hat.

Der Pachtvertrag mit Gisela Atte, bei der Torsten Teichert übrigens gelernt hatte, läuft in diesem Jahr aus. "Möglichst frühzeitig bemühten wir uns um einen neuen Pächter, denn gemeinsam wollen wir noch einige Ideen verwirklichen", so das Stadtoberhaupt. Seit Jahren schon gibt es die Vorstellung, aus den Zimmern etwas zu machen. Das würde auch Torsten Teichert gefallen, der sich gut vorstellen kann, wie er sagt, dass Besucher zwei, drei Nächte dort bleiben und die herrliche Natur auf sich wirken lassen. Eine geeignete Förderung einer solchen Investition habe sich bislang nicht aufgetan, begründet Helmut Wenzel. Eine Summe zum Ausbau sei aus diesem Grunde im Wirtschaftsplan noch nicht festgeschrieben.

Ja, und Torsten Teichert freut sich auf das, was ihn erwartet. Individuell wolle er auf seine Gäste eingehen, Hochzeitsfeiern, Tagungen und Themenabende auch im Winter könne er sich dort gut vorstellen. Neben Rock in Wotschofska ließe sich gewiss genauso gut Klassik in Szene setzen. Ideen hat der Calauer Hotelier schon heute viele, um seinen Traum, das Gefühl Wotschofska, auf der idyllischen Insel zu leben.

Zum Thema:
Bis Mitte des 18. Jahrhunderts betrieb die Herrschaft von Lübbenau auf Wotschofska ein Vorwerk. 1894 genehmigte die Stadt Lübbenau zur Förderung des Tourismus auf der Insel die Errichtung eines Gasthauses. Das im Blockhausstil erbaute Restaurant gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen im Spreewald. 1911 wurde ein Fußweg von Lübbenau zur bis dahin nur auf dem Wasserweg erreichbaren Wotschofska gebaut. Sie ist für Besucher auf dem Wasser, zu Fuß oder per Fahrrad zu erreichen.