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| 17:34 Uhr

Körbe flechen
Früh krümmt sich, was malein Bügel werden will

Korbflechten in Lehde: Unter Anleitung von Peter Lehmann (r.) entsteht ein Bügelkorb, den die Teilnehmerinnen mitnehmen konnten.
Korbflechten in Lehde: Unter Anleitung von Peter Lehmann (r.) entsteht ein Bügelkorb, den die Teilnehmerinnen mitnehmen konnten. FOTO: Peter Becker
Lehde. Peter Lehmann leitet Workshop zum Körbeflechten im Freiland Museum Lehde. Von Peter Becker

Gleich die erste Übung beim Korbflechterworkshop im Lehder Freilandmuseum hatte es in sich: Durch ständiges Ziehen übers Knie soll eine Weidenrute so weich gemacht werden, dass sie um 180 Grad gebogen werden kann – ohne zu zerbrechen. Der Meister, Peter Lehmann, machte vor, wie es nicht sein soll, sein Biegeversuch endete folgerichtig im Ofen.

Die fünf Berlinerinnen sorgten sich anfangs zwar um ihre Jeans, zogen aber dann kräftig die Rute übers Knie. Der Bügel für den späteren Korb war dann schon mal fertig, und manches Knie sicher auch. „Machen Sie sich keine Sorgen, es kommt noch schlimmer. Wenn Sie morgen Ihre Hände nicht mehr gebrauchen können, sind Sie nicht krank“, ließ Kursleiter Peter Lehmann wissen. Korbflechter-Muskelkater ist für Anfänger ganz normal, die ungewohnte Arbeit ist anstrengend und schmerzt auch mal. Die Berlinerinnen und ihre Kinder entstammen einem größeren Freundeskreis, der alljährlich gemeinsam Ziele in Brandenburg aufsucht. Annett Schubert sagte: „Wir waren im vergangenen Sommer im Spreewald und haben von diesem Workshop erfahren. Eigentlich wollten wir heute mehr Leute sein, aber leider kam Krankheit und Arbeit dazwischen.“

Peter Lehmann erzählte zwischendurch Wissenswertes und Interessantes zu Weiden und Körben. Da war die Rede von Perlen und Filetstücken. „Perlen sind die orangen und ganz weichen Weidenruten, die Filetstücke sind die in feuchten Sommern ganz lang und schlank zügig gewachsenen Ruten ohne Verzweigung“, erklärte er das Korbmacher-ABC.

Nicht nur Ruten aus Weide wurden und werden verarbeitet, auch Hasel und Hartriegel eignen sich zum Flechten und sorgen durch ihre unterschiedlichen Farben auch noch für ein ansprechendes Design. Die Teilnehmerinnen erfuhren ganz nebenbei auch vom Leben der Spreewälder, von dieser typischen Winterarbeit, mit der praktisch alle Weiden, dick oder dünn, verwertet wurden. Selbst die schwächsten Ruten fanden Verwendung, meist als geflochtene Sitzflächen für Stühle. Talentierte Korbflechter haben es zu Kunstwerken gebracht, wie etwa die Zuckertüte aus feinster Weide – voll ökologisch und immer wieder verwendbar.

Die Berlinerinnen sorgten sich erst mal emsig um ihre eigenen und allerersten Körbe, die zu Ostern zum Einsatz kommen sollen. Niemand wollte einen halbfertigen Korb mitnehmen.

Ausblick in den Frühling: Am 10. März gibt es den nächsten Workshop im Freilandmuseum Lehde. Dann zum Thema: fachgerechter Obstbaumschnitt.