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| 02:44 Uhr

Wolfgang Müller verlässt politisches Parkett

15 Jahre hat er die Geschicke der Gemeinde Neupetershain geleitet, Ende Mai scheidet er aus gesundheitlichen Gründen aus: Bürgermeister Wolfgang Müller.
15 Jahre hat er die Geschicke der Gemeinde Neupetershain geleitet, Ende Mai scheidet er aus gesundheitlichen Gründen aus: Bürgermeister Wolfgang Müller. FOTO: Uwe Hegewald/uhd1
Neupetershain. Ende Mai wird Wolfgang Müller (59) als Neupetershainer Bürgermeister zurücktreten. Der 59-Jährige führt gesundheitliche Gründe an. 15 Jahre hat der Unternehmer aus der "Wählergruppe Ja Neupetershain" die Geschicke der Gemeinde geleitet. Uwe Hegewald / uhd1

Das Maifest der freiwilligen Feuerwehr, die "Narretei im Mai" des örtlichen Carneval Clubs (NCC) oder das große Line-Dance-Weekend im Kultur- und Freizeitzentrum werden zu den letzten öffentlichen Veranstaltungen zählen, die Wolfgang Müller in seiner Funktion als Gemeindevorsteher besucht. Ende Mai will der Bürgermeister der Gemeinde Neupetershain (Amt Altdöbern) nach 15 Dienstjahren das politische Parkett verlassen. Als Ursache führt der 59-Jährige gesundheitliche Gründe an sowie das Anraten von Medizinern, kürzerzutreten.

Wolfgang Müller ist selbstständiger Unternehmer und vertrat als Parteiloser der "Wählergruppe Ja Neupetershain" die Interessen der Gemeinde. Niederlegen wird Wolfgang Müller sein Mandat zum 31. Mai. "Es soll ein geordneter Rückzug erfolgen. Die Gemeindevertreter wurden in der zurückliegenden Sitzung im öffentlichen Teil der Versammlung über meinen Schritt informiert", so der Bürgermeister.

Mit der Wahl zum Gemeindeoberhaupt erhielt er gleichzeitig einen Sitz im Altdöberner Amtsausschuss und weiteren Ausschussgremien. Auf die Frage nach dem positivsten Erlebnis seiner Kommunalpolitiker-Laufbahn muss Wolfgang Müller nicht lange überlegen: "Die gute Zusammenarbeit mit Vattenfall. Ohne die Unterstützung des Energiekonzerns hätten viele Projekte in Neupetershain, Neupetershain-Nord oder Geisendorf nicht realisiert werden können", betont er. Bedauerlich: Im Zuge der Steuerrückforderungen der Finanzämter im Zusammenhang mit Vattenfall klafft auch im Haushalt der Gemeinde ein Loch von 240 000 Euro. Aber auch einen traurigen Moment wird der Lokalpolitiker in Erinnerung behalten, der seinen Rücktritt zusätzlich beflügelt haben dürfte. "In all den 15 Amtsjahren gab es nur eine Person, die bewusst auf mich zugekommen ist, um sich für meine Arbeit als ehrenamtlicher Bürgermeister zu bedanken."

Wie für die Gemeindevertreter kam der Rückzug auch für den Altdöberner Amtsdirektor überraschend. "Ich bedauere seinen Rückgang außerordentlich, respektiere aber seine Entscheidung. Es schmerzt, einen so zuverlässigen und zielstrebigen Menschen verabschieden zu müssen", so Detlef Höhl (SPD). Auch wenn es sich immer als etwas schwierig gestalte, wenn ein Politiker im Laufe einer Legislaturperiode ausscheidet, bleibe die kommunalpolitische Arbeit nicht liegen. Das Brandenburgische Kommunalgesetz sieht vor, dass im Fall eines Rücktritts ein Nachfolger aus den Reihen der Gemeindevertretung gewählt wird. Der oder die Bürgermeister/in wird das Amt bis zur kommenden Kommunalwahl, im Frühjahr 2019 weiterführen.

Zum Thema:
In Neupetershain leben knapp 1250 Einwohner. Die Gemeinde besteht aus drei Teilen: dem heutigen Neupetershain-Nord, es war ursprünglichen das Dorf Petershain, der 1905 gegründeten Industriegemeinde Neupetershain und Neu Geisendorf. Letzterer Ortsteil entstand durch die bergbaubedingte Devastierung und Umsiedlung des Dorfs Geisendorf. Von dem ist lediglich das Gut Geisendorf übrig, heute Kulturforum der Braunkohle.