| 16:30 Uhr

Jagdverband Oberspreewald-Lausitz blickt auf 25 Jahre zurück
Wolf, Schweinepest und viele Tiere – Aufgaben sind vielfältig

Die Jagd ist so alt wie die Menschheit und begleitet uns noch heute. Unter den Bedingungen einer hochentwickelten Kulturlandschaft sicherlich schwieriger auszuüben, als vor vielen Jahren. Dieser Thematik stellte sich auch der Jagdverband OSL Nord e.V. (JV OSL Nord) mit Satzung vom 05.10.1991), der am 4.12.1992 im Vereinsregister beim Amtsgericht Cottbus eingetragen wurde.

Im Mittelpunkt der Verbandsarbeit steht die umfassende Unterstützung und Förderung des Natur-, Arten- und Tierschutzes, die Hege und Erhaltung artenreicher Wildbestände sowie die Wahrung des jagdlichen Brauchtums und des Jagdgebrauchshundewesens. Diese Aufgaben dienen auch der Erhaltung der Flora in unseren Revieren und der Verhütung von Wildschäden in den Wäldern und Feldern in Zusammenarbeit mit den Waldbesitzern und Landwirten. In Anbetracht der Entwicklung von überhöhten Wildbeständen und der massiven Einwanderung von Neozoen in unsere so schon gestresste Kulturlandschaft, erhält das Wort Hege eine ganz neue Bedeutung in der heutigen Zeit.

Die Realisierung der Aufgaben wird über fünf Jägerschaften organisiert und in der täglichen Jagdpraxis umgesetzt. Derzeitig hat unser Verband 250 Mitglieder, von denen mehr als 35 Prozent bereits schon das Rentenalter überschritten haben. Der Altersdurchschnitt liegt bei 57 Jahren. Deshalb hat auch die Nachwuchsarbeit große Bedeutung für uns als Jäger und Naturschützer. Gemeinsam mit dem Jagdverband Senftenberg wurde deshalb die Jungjägerausbildung in den letzten Jahren verstärkt organisiert und erfolgreich durchgeführt. Noch haben wir nicht alle Möglichkeiten einer wirkungsvollen Mitgliederwerbung ausgeschöpft. Es gibt eine Reihe von Jägern und Naturfreunden, die noch nicht organisiert sind, aber eine Möglichkeit kollektiven Interessenaustausches suchen. Viele unserer Verbandsmitglieder werden kaum wahrgenommen, weil sie lieber unerkannt bleiben und sich den Fragen und Problemen der Jagd in der Öffentlichkeit nicht stellen wollen. Das hat verschiedene Ursachen, die wir ergründen und beseitigen müssen. Hier gibt es viel Handlungsspielraum für eine offensive Verbandsarbeit in allen Bereichen.

Neben den jagdpraktischen Tätigkeiten müssen wir uns als Verband auch mit politischen und kommunalen Entwicklungen auseinandersetzen. Veränderungen in der Politik haben auch Auswirkungen auf unsere Verbandsarbeit und wir unterliegen nun mal auch diesen Veränderungen. Und so sind die Bedingungen, die uns durch die Politik geschaffen werden nicht leichter und werden unsere Arbeit nicht einfacher machen.

Unser Verband ist unter dem Dach des Landesjagdverbandes Brandenburg organisiert, dem rund 9800 Mitglieder angehören. Gemeinsam arbeiten wir an der ständigen Verbesserung einer zielorientierten Öffentlichkeitsarbeit und an jagdpraktischen Schwerpunkten. Ein Thema ist dabei, wie wir als Jäger uns zum Wolf positionieren und wie wir uns einen artgerechten Umgang mit dieser eingewanderten Wildart vorstellen. Dabei gibt es auch gegensätzliche Auffassungen aber auch viele Gemeinsamkeiten, auch bei anderen interessierenden Parteien. Bei einer derzeitigen Zuwachsrate von jährlich 35 Prozent ist Deutschland bis 2023 in Wolfshand und von ca. 440 Rudeln besiedelt. Aber das kann auch nicht die Zukunft sein! Deshalb muss die Politik zum Handeln animiert und aufgefordert werden, entsprechende Rahmenbedingungen für eine artgerechte Regulierung des Wolfsbestandes zu schaffen. Nicht erst 2023 sondern schon heute. Und darin liegt auch eine Schwerpunktaufgabe für uns als Jäger und Naturschützer in den nächsten Jahren, um helfend mitwirken zu können.

Eine weitere Gefahr für uns bildet das Nahen der Afrikanischen Schweinepest. Diese für unseren Schwarzwildbestand gefährliche Seuche stellt die Kommunen und die Jägerschaft vor eine neue Herausforderung und wird langfristige Auswirkungen auf die Entwicklung dieser Schalenwildart haben. Erste Maßnahmen zur Vorbereitung und Festlegung von Verhaltensregeln beim Auftreten der Seuchenmerkmale wurden bereits gemeinsam mit dem Veterinäramt des Landkreises Oberspreewald-Lausitz organisiert und durchgeführt. Weitere werden folgen. Da die Auswirkungen der Afrikanischen Schweinepest in vielen Bereiche der Gesellschaft und den Kommunen spürbar werden, sind auch alle Bereiche betroffen und zu einer solidarischen Zusammenarbeit gefordert. Doch sei uns hier ein kritischer Hinweis in Richtung des Landkreises Oberspreewald-Lausitz gestattet. Von uns Jägern wird diesbezüglich viel abverlangt, aber es kommt wenig zurück. Und sei es nur die Änderung der Gebühren bezüglich Trichinenschau für Wildschweine unter 20 kg, um zusätzliche Anreize zur intensiveren Bejagung dieser Wildart zu schaffen. Damit kann schon im Vorfeld des Auftretens der Afrikanischen Schweinepest eine massive Kosten- und Aufwandseinsparung erreicht werden. Wir sind immer für eine Verbesserung der Zusammenarbeit mit den Behörden des Landkreises offen und würden uns über eine weitere Annäherung hinsichtlich kontroverser Ansichten freuen. Trotzdem werden wir als Jäger und Naturschützer dazu unseren Beitrag leisten.

25 Jahre Jagdverband OSL Nord e.V., bedeuten auch 25 Jahre Wahrung jagdlicher Traditionen und Brauchtums. So gibt es 3 Jagdhornbläsergruppen, die sich regelmäßig treffen und trainieren.

Aber auch das Jagdgebrauchshundewesen spielt eine wichtige Rolle in der täglichen Jagdpraxis. Leider gibt es noch zu wenig Jäger, die sich der anspruchsvollen Ausbildung eines Jagdgebrauchshundes stellen.

Insgesamt kann unser Verband auf eine erfolgreiche Entwicklung zurückblicken. Neuen Anforderungen wird sich unser Verband stellen und gemeinsam mit unseren Mitgliedern umsetzen.