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| 13:19 Uhr

Größter Arbeitgeber in der Spreewaldstadt
Verwaltung zieht in Logistikzentrum

Eine Büro-Etage für 200 Verwaltungsmitarbeiter wird derzeit in das Lübbenauer Verteilzentrum von Kaufland Logistk eingebaut.
Eine Büro-Etage für 200 Verwaltungsmitarbeiter wird derzeit in das Lübbenauer Verteilzentrum von Kaufland Logistk eingebaut. FOTO: LR / Daniel Preikschat
Lübbenau. Kaufland beschäftigt am Standort Lübbenau künftig insgesamt 1150 Kollegen.

Wer die Neckarsulmer Straße im Lübbenauer Gewerbegebiet entlang fährt, dem fällt seit einiger Zeit ein großes Loch im Kaufland-Logistikzentrum auf. Hierbei, klärt Geschäftsführer Martin Zock auf, handle es sich aber nicht etwa um einen Gebäudeschaden. Vielmehr reicht ein Teleskoplader Baumaterial durch die große rechteckige Öffnung. In der großen Lagerhalle ist bereits eine Zwischendecke eingezogen. 3500 Quadratmeter Großraum-Bürofläche mit Atrium entstehen hier, sagt Zock. Viel Glas werde verbaut, Deckenlicht eingelassen. Die Betriebshalle bekommt zudem vier Anbauten mit Fluchttreppen. Am meisten auffallen wird eine Gebäudebrücke, die in Obergeschosshöhe an den Bürotrakt andockt und zum Parkplatz- und Eingangsbereich hinüberführt. Darunter können die Lkw fahren.

200 Verwaltungsmitarbeiter, derzeit noch an anderen Standorten für Kaufland im Einsatz, werden die modernen, hellen und klimatisierten Arbeitsplätze zu schätzen wissen, ist Martin Zock sicher. Am Standort in Lübbenau werden so insgesamt 1150 Kollegen arbeiten. Doch nicht nur die Beschäftigtenzahl, auch die Größe des Gebäudekomplexes nimmt zu. Denn voraussichtlich ab Mitte, Ende Juli dieses Jahres wird auf 16 000 Quadratmetern ehemaliger Kraftwerksfläche eine 17,5 Meter hohe Obst- und Gemüsehalle gebaut. Zuvor mussten Kohlebunker und Kesselhaus abgerissen, der Boden mehrere Meter tief ausgebaggert, wieder aufgefüllt, danach verdichtet und eingeebnet werden. Wochen und Monate dauerte das. Nun können die Bodenplatte gegossen und die Fundamente für die Stützpfeiler eingesetzt werden, so Zock.

Mit dem Neubau entstehen keine neuen Arbeitsplätze. Es bleibe bei den 950 Beschäftigten in der Logistik, die täglich rund 500 Lkw be- und entladen. 122 Kaufland-Filialen zwischen Rostock und Zittau bekommen Tag für Tag Ware aus der Spreewaldstadt geliefert. Noch in diesem Jahr sollen es sogar 125 Filialen werden. Fast 25 000 Warenartikel, vor allem Lebensmittel, im Wert von mehr als 80 Millionen Euro lagern in Lübbenau. Wobei es zunehmend auf Frische und Regionalität ankomme, so David Ludewig, Leiter Vertriebsorganisation. Hier mache man mit der neuen Halle, in der eine automatische Kommissionierungsanlage eingebaut wird, den nächsten Schritt. Die moderne Technik erleichtere überdies den Kollegen die Arbeit, die nicht mehr so schwer heben müssen. Im Sommer 2019 soll die neue Halle fertig, wiederum ein Jahr später die Anlage eingebaut sein.

Angaben zur Gesamtinvestitionssumme muss Geschäftsführer Martin Zock mittlerweile leicht korrigieren. Er geht nicht mehr von 55 Millionen Euro aus, sondern von 60 Millionen Euro. Wie andere Investoren auch, erklärt der Geschäftsführer, bekomme es Kaufland mit steigenden Preisen in der Baubranche zu tun.

Mitarbeiterzahl und Investition lassen auf eine Zukunftssicherheit des Logistik-Standortes Lübbenau schließen. Zumal sich Kaufland ein benachbartes größeres Grundstück gesichert habe, um möglicherweise nochmals zu erweitern, sagt Zock. Hierfür brauche es aber auch Azubi-Nachwuchs und motivierte Kollegen. Rund 400 Kollegen mit Werkverträgen sollen im nächsten Jahr im Bereich Logistik fest angestellt werden. Azubis werden derzeit in der Kaufland-Region Ost 270 an der Zahl ausgebildet, hinzu kommen noch 30 BA-Studenten und 40 Teilnehmer am Abiturientenprogramm.

Auch bei dem Thema Fachkräftebedarf geht es Kaufland nicht besser als anderen Unternehmen, teilt der Geschäftsführer mit. Die Qualität der Bewerbungen nimmt besorgniserregend ab. Der Konzern versuche diesbezüglich unter anderem durch Kooperationen mit Schulen die Situation zu verbessern und dort frühzeitig auf gute Ausbildungsmöglichkeiten sowie Jobperspektiven hinzuweisen.