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| 17:31 Uhr

Regionale Wirtschaft
Mit Mikroskop und Rüttelstopflanze

Reni Walter (2.v.l.) führte die Besucher am Tag der offenen Tür durch sämtliche Labore der SGL in Kittlitz.
Reni Walter (2.v.l.) führte die Besucher am Tag der offenen Tür durch sämtliche Labore der SGL in Kittlitz. FOTO: LR / Daniel Preikschat
Kittlitz. Spezial- und Bergbau-Servicegesellschaft zeigt Gästen in Kittlitz breite Aufgaben-Palette. Von Daniel Preikschat

Hochspezialisiert und trotzdem breit aufgestellt – diesen Eindruck mochten viele der rund 50 Gäste nach einem Firmenbesuch bei der SGL Spezial- und Bergbau-Servicegesellschaft Lauchhammer mbH am Freitag in Kittlitz mit nach Hause genommen haben. An diesem Tag der offenen Tür gab das Unternehmen mit Vorträgen und einer exklusiven Führung durch das Laborgebäude Einblick in die Betriebsstruktur.

Möglich gewesen wären in dem Festzelt vor dem Laborgebäude im Kittlitzer Gewerbegebiet Fachvorträge gewesen über Rüttelstopf- und Fallgewichtsverdichtung, über Deponiesanierung und Landschaftbau, Forstwirtschaft und Rekultivierung. Denn all diese Leistungen erbringt das Unternehmen mit seinen derzeit 180 Mitarbeitern an den Standorten Lauchhammer und Kittlitz und erwirtschaftet jährlich stabil rund 20 Millionen Euro Umsatz, so Michael Sachs.

Der Geschäftsführer und seine Kollegen luden dann jedoch Referenten ein, die über Biosphärenreservat und Bergbaufolgelandschaften sprachen, über Risiken und Chancen bei der Umwandlung von Restseen zu Seenlandschaften, über apparative Analytik sowie über die Kalkbehandlung der Seen. Hier kooperiert SGL mit der BGD Ecosax GmbH in Dresden, bei der Kai-Uwe Ulrich beschäftigt ist. Der Fachmann gab Einblick in die ebenso akribisch geplante wie auch durchgeführte Bekalkung von acht Seen im Lausitzer Revier, die alle noch zu niedrige PH-Werte haben. Zig Einflussgrößen wie Säureeintrag, Seevolumen, Zuflüsse oder geologische Formation machen jeden See zum „Individuum“ und die Bekalkung zur Herausforderung.

Nicht nur über die Gewässerqualität in den Tagebauseen ist man bei der SGL gut informiert. Beprobt und analysiert werden auch Grund-, Trink- und Fließwasser, Böden, Gase, Hölzer, Abfäle, Schlämme und Schlacken, um beispielsweise Gefahren abzuwenden, zu klassifizieren oder Handlungsbedarf zu ermitteln. Dienste, die in industriell genutzten und geprägten Landschaften wie der Lausitz gefragt sind. Bergbau, Sanierung und Renaturierung, so Geschäftsführer Sachse, sind die wichtigste Aufgabengebiete. Zu den Auftraggeber der SGL gehören LMBV, Landesumweltämter, Kommunen, Deutsche Bahn und Ingenieurbüros.

Am Standort in Kittlitz arbeiten die Chemiker, Chemielaboranten und Mikrobiologen des Unternehmens, insgesamt 40 Fachkräfte. Ihrem Arbeitsplatz, einem Plattenbau, sieht man von außen nicht an, was er an modernster Analyse- und Labortechnik beherbergt. Laborleiter Steffen Thoma und seine Stellvertreterin Reni Walter führten kleine Gruppen exklusiv durch die Räume. Sogar ins mikrobiologische Labor wurde Zutritt gewährt, wo Laborleiterin Ivonne Neubauer zum Beispiel erklärte, welche Kleinstlebewesen in einer sterilen Sicherheitswerkbank untersucht werden oder was ein Umkehr-Mikroskop leistet.