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Schienenfahrzeugbauer
Lübbenauer baut Chinesen Brücke

Junnian Zhou (Generaldirektor der CRRC), Yan Tao (Dolmetscherin), Gerard Pieper (Geschäftsführer der Pieper Innovationsgesellschaft mbH), Peter Kopf (Präsident IHK Cottbus) - weiter rechts im Hintergrund - Heinz-Wilhelm Müller, Chef Agentur für Arbeit Cottbus.
Junnian Zhou (Generaldirektor der CRRC), Yan Tao (Dolmetscherin), Gerard Pieper (Geschäftsführer der Pieper Innovationsgesellschaft mbH), Peter Kopf (Präsident IHK Cottbus) - weiter rechts im Hintergrund - Heinz-Wilhelm Müller, Chef Agentur für Arbeit Cottbus. FOTO: Foto-Kliche / Medienhaus Lausitzer Rundschau
Lübbenau. Zhou Junnian war begeistert, als ihn Gerard Pieper kürzlich durch die Kooperationbörse im Lübbenauer Leag-Qualifizierungszentrum begleitete. Begeistert vom Know-How solcher Unternehmen wie Kjellberg in Finsterwalde oder Transtec aus Vetschau. Von Daniel Preikschat

Nur zu gern folgte der General-Manager eines der weltgrößten Schienenfahrzeugherstellers CRRC (China Railway Rolling Stock Corporation Limited) der Einladung zu einer Transtec-Firmenbesichtigung. Wer weiß, was sich aus diesem ersten Kontakt ergibt? Ein Unternehmen für Schienenverkehrstechnik und ein Drehgestellehersteller – das könnte passen. Gerard Pieper, der Gründer der Technologiebrücke China – Hauptsstadtregion Brandenburg ist da recht zuversichtlich. Kann er auch sein. Immerhin haben die Chinesen erst kürzlich einen Kooperationsvertrag mit der LKT Lausitzer Klärtechnik GmbH abgeschlossen. Die Luckauer liefern Ihre Produkte nach China und sollen mittelfristig helfen, ein Werk zum Bau von Kläranlagen aufzubauen. Den Kontakt angebahnt haben Gerard Pieper und seine sechs Kollegen, von denen drei Chinesen sind. Selbstverständlich kann Gerard Piper zum Vertragsinhalt nichts weiter sagen. Diskretion ist wichtig beim Brücken bauen zwischen Unternehmen aus der Region und in Fernost – neben guten Kontakten, Einblick in die jeweiligen Märkte, Dolmetscher-Kompetenz und Engagement, wie Gerard Pieper erklärt. IHK-Präsident Peter Kopf wusste das beim Empfang im Schloß Lübbenau auch zu würdigen. Wenn der General-Manager eines so wirtschaftsstarken Unternehmens wie CRRC mit rund 170 000 Mitarbeitern weltweit zum Jahresempfang der IHK Cottbus nach Lübbenau kommt, sei dies das Verdienst der Technologiebrücke. „Musterbeispiel“ dafür sei diese Initiative, wie Unternehmen in der Region geholfen werden kann, sich im Ausland neue Märkte zu erschließen. Wobei Kopf gern erwähnte, dass die IHK Cottbus, wie auch die anderen IHK´s im Land Brandenburg, Gerard Pieper und sein Partner gern unterstützt. Gerard Pieper war in Lübbenau zunächst Geschäftsführer der Lübbenauer GP Innovationsgesellschaft, die sich seit 1996 mit Entwicklungen im Bereich Oberflächentechnologien beschäftigte. Der 60-jährige ehemalige Maschinenbauingenieur im VEB Braunkohlewerk Cottbus ist erfahren darin, sich mit Forschungseinrichtungen und Komponentenlieferanten auszutauschen. Er war bereits Mitglied im Außenwirtschaftsausschuss der IHK Cottbus, als er die Technologiebrücke mit anderen Unternehmern aus Berlin und Brandenburg gründete und Kontakte anbahnte zwischen deutschen und ausländischen Unternehmen, Instituten und Hochschulen. Technologie-Kooperationen sollen vermittelt, so das Ziel, Projekte, die daraus entstehen, begleitet werden. Aktuell stehe eben der Technologie-Austausch mit China im Fokus. Dabei werde mit der IHK und mit der Wirtschaftsförderung Land Brandenburg GmbH (WFBB) kooperiert. Konkret hatte Netzwerker Pieper beispielsweise bereits eine Delegation der Universität in Ningbo, einer 1,5 Millionen-Einwohner-Stadt nahe ShanghaiHeimatstadt in seine Heimatstadt Lübbenau geholt. Sie arbeiten sie für ein Forschungsprojekt über die nachhaltige Entwicklung deutscher Städte.