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| 15:32 Uhr

Landwirtschaft
Die Sorgen und Nöte der Landwirte

Martin Schultze (Landwirtschaftsbetrieb Ressen-Lindchen, 2.v.r.) klärt Landrat Siegurd Heinze (2.v.l.) über Rekultivierungsarbeiten im Tagebau auf.
Martin Schultze (Landwirtschaftsbetrieb Ressen-Lindchen, 2.v.r.) klärt Landrat Siegurd Heinze (2.v.l.) über Rekultivierungsarbeiten im Tagebau auf. FOTO: LR / Stephan Meyer
Oberspreewald-Lausitz. Wasserversorgung und die B 169 waren nur einige der Themen, die beim jüngsten Treffen des Bauernverbands Südbrandenburg mit OSL-Landrat Siegurd Heinze (parteilos) besprochen wurden. Von Stephan Meyer

„Landwirtschaft ist Lotto unter freien Himmel“, so einer der Landwirte, der der Einladung des Bauernverbandes am Mittwoch gefolgt ist. Wie bereits beim Treffen im Herbst letzten Jahres wurden die Folgen von Wetterextremen zur Sprache gebracht. Der Bauernverband Südbrandenburg lädt jedes Jahr Mitglieder zum Besuch eines Landwirtschaftsbetriebs in der Region und den zuständigen Landrat ein. In diesem Jahr fiel die Wahl erneut auf einen Betrieb im Landkreis Oberspreewald-Lausitz - der Landwirtschaftsbetrieb Ressen - Lindchen GmbH.

Auf knapp 1500 Hektar betreibt der LPG-Nachfolgebetrieb Ackerbau. Vorrangig werden Kartoffeln, Raps, Weizen, Gerste, Lupinen und Erbsen angebaut. Die Landwirtschaft trage sich von selber immer schwerer, sagt Michael Schultze, einer der beiden Geschäftsführer des Betriebs. Die GmbH hat daher vier Standbeine: Ackerbau, Milchbetrieb, Rekultivierung von ehemaligen Tagebauflächen und der Hofladen. Dort gibt es vor allem Produkte aus der Region. „Ich freue mich, dass das Anklang findet“, so Schultze. „Die Kunden fragen gezielt nach, woher die Produkte kommen.“

Sorgen bereitet dem Landwirt die Wasserversorgung. Seine ­Ackerbauflächen­­ liegen im Einzugstrichter eines ehemaligen Tagebaugebiets. Das Grundwasser liegt dort sehr niedrig. „Wenn zu wenig Wasser von oben kommt, fehlt es auch unten“, erklärt Schultze. Die Leag und die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft mbH sind vom Bergbauamt dazu verpflichtet das fehlende Grundwasser finanziell auszugleichen. „Das ist schwierig in Zahlen zu fassen“, erläutert Schultze. Der Landwirt ist der Ansicht, dass die Schäden durch den Grundwassermangel höher zu beziffern sind, als die durch die Leag ermittelten Werte. „Da muss ein Kompromiss gefunden werden“, so Schultze. Denn letztendlich seien sie Partner, die miteinander auskommen müssen. Der Lindchener Landwirtschaftsbetrieb ist nicht der einzige der von dem Problem betroffen ist. Sigurd Heinze stellte in Aussicht, das Thema bei einem Treffen mit den Leag Geschäftsführern anzusprechen. Diese seien bisher immer empfänglich für die Probleme aus den Kommunen gewesen, so der Landrat.

Während des Treffens wurde auch die Debatte um den Lärmschutz entlang der Bundesstraße 169 angesprochen. Die Straße sei eine Lebensader und erhalte Arbeitsplätze. Ob die Umlenkung des Transitverkehrs in die Tat umgesetzt wird, konnte Heinze jedoch nicht beantworten. „Alles ist möglich“, erklärte Heinze. „Wir befinden uns in der entscheidenden Phase. Doch egal, was am Ende herauskommt, es würde immer jemanden geben, der sich an der Lösung stören wird.“ Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat eine Berufung des Lärmschutz-Urteils des Cottbuser Verwaltungsgerichts zu Allmosen (Oberspreewald-Lausitz) vom Mai 2017 abgelehnt.