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| 17:25 Uhr

LR vor Ort
Calau öffnet Rückkehrern viele Türen

Rückkehrerin Jamy-Lee Lehmler ( 2.v.r.) besuchte mit Mutter Daniela die LR-vor-Ort-Runde auf dem Lachplatz in Calau. Sehr zur Freude von Marion Goyn (r.) und Werner Suchner (l.).
Rückkehrerin Jamy-Lee Lehmler ( 2.v.r.) besuchte mit Mutter Daniela die LR-vor-Ort-Runde auf dem Lachplatz in Calau. Sehr zur Freude von Marion Goyn (r.) und Werner Suchner (l.). FOTO: LR / Daniel Preikschat
Calau. LR vor Ort-Termin zeigt: Vermieter, Verwaltung, Schule und Wirtschaft praktizieren den Schulterschluss.

Die bloße Anwesenheit von Jamy-Lee Lehmler am Donnerstag bei der LR-vor-Ort-Diskussion auf dem Lachplatz in Calau zeigt, dass man in der Witzestadt viel richtig macht. Die 18-Jährige aus Halbe zog kürzlich von Bremen nach Calau, begann hier in einer Zahnarztpraxis ihre Ausbildung zur zahnmedizinischen Fachangestellten.

Schon Ende 2017 zog Monika Lux aus Vetschau mit ihrem Modegeschäft nach Calau. Sie habe sich immer wohl gefühlt in der Stadt am Rande des Spreewalds. Doch Marion Goyn, Geschäftsführerin der Wohn- und Baugesellschaft (WBC) in Calau, habe nicht locker gelassen. Sie solle sich Calau wenigstens mal ansehen. Als Monika Lux das dann auch machte, als sie merkte, wie lebendig die Stadt ist und als sie das Ladengeschäft sah, das ihr angeboten wurde, entschloss sie sich zum Umzug.

37 Prozent der WBC-Neukunden, so Marion Goyn stolz, kommen aus anderen Postleitzahlenbereichen. Es gebe viele Städte mit vergleichbarer Größe, die günstig guten Wohnraum anbieten. Man müsse daher mehr tun, um Neubürger zu gewinnen oder Menschen zur Rückkehr zu bewegen. Jeder – in der Stadtverwaltung, bei den Wohnungsvermietern, in den Schulen oder auch in den Betrieben und Vereinen – mache in Calau mehr, als er eigentlich tun müsste. Die WBC beispielsweise betreibt Stadtmarketing, bietet einen Infopunkt an, initiiert Kunstprojekte und veranstaltet Rückkehrertage. Letztere gemeinsam mit dem Jobcenter und der Bundesagentur für Arbeit.

Von diesen Rückkehrertagen profitiert auch Dieter Lubert, Geschäftsführer der Calauer Schrank und Gehäusebau GmbH sowie der Cam Montagetechnik GmbH mit insgesamt 200 Mitarbeitern am Standort Calau. Umgekehrt verweise er, etwa in Bewerbergesprächen, auf das Wohnungsangebot der WBC und das Bildungsangebot in der Stadt Calau mit ihren modernen Kindertagesstätten und Schulen.

Pfunde, mit denen das Unternehmen wuchern kann auf der Suche nach den immer begehrteren Fachkräften. Lubert sagte in der LR-vor-Ort-Diskussion ganz klar: „Wir sind froh, wenn wir auch künftig so viele Fachkräfte beschäftigen können wie gegenwärtig.“ Gern würde man aufstocken, doch es fehle schlicht an ausreichend guten Bewerbern. Defizite in den Kernfächern Deutsch und Mathe seien erschreckend.

Lehrerin Christiane Zeiger von der Grund- und Oberschule Calau fühlte sich da nicht angesprochen. Betont wurde vielmehr die gute Zusammenarbeit zwischen der Schule und der Wirtschaft. Die stellvertretende Schulleiterin betreut auch das Projekt „Fit für die Ausbildung“. Calauer Schüler lernen heimische Wirtschaftsbetriebe kennen, machen dort Praktika, spielen Bewerbungsgespräche durch. Beim Calauer Unternehmerstammtisch ist die Schule ebenfalls vertreten, um den Kontakt in die Firmen zu pflegen. Erst kürzlich, so Christiane Zeiger, brachte eine Umfrage unter den Schülern interessante Ergebnisse: Viele von ihnen wollen später nicht ins Handwerk, sondern beispielsweise lieber in der Pflege oder im Dienstleistungsbereich tätig sein. Interessant gerade für Caleg-Chef Lubert: Vor allem im Internet sucht der Nachwuchs nach Ausbildungsangeboten.

Die Notwendigkeit, in einer Stadt mit knapp 8000 Einwohnern und einem Durchschnittsalter von fast 50 eng zu kooperieren, sah in der Diskussion auch Bürgermeister Werner Suchner (parteilos). Calau brauche die Rückkehrer wie Jamy-Lee aus Bremen.

LR vor Ort 4c
LR vor Ort 4c FOTO: LR