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Calau hat Großes vor
Wirtschaft geht es gut — Calau investiert

Das Haus des Calauer Bauamtes wird 2018 zu einer Kita umgebaut, die Calau unbedingt braucht. 40 Kinder sollen dort betreut werden.  :
Das Haus des Calauer Bauamtes wird 2018 zu einer Kita umgebaut, die Calau unbedingt braucht. 40 Kinder sollen dort betreut werden. : FOTO: Kuschy / LR
Calau. Größter Brocken nach dem Kreisel wird 2018 die Sanierung der Oberschule. In Containern muss unterrichtet werden.

Der Wirtschaft in Calau geht es recht gut – die Steuereinnahmen der Stadt steigen, auch wenn nur ein geringer Teil der angemeldeten 457 Gewerbe steuerpflichtig ist. „Die Wirtschaftskonjunktur kommt uns zugute“ hat Kämmerin Barbara Hollmichel bei der Diskussion des Haushalts 2018 erfreut festgestellt. Ein Thema wird das ganz sicher auch beim Treffen der Wirtschaft im Herbst 2018 sein. Dieses Treffen findet alle zwei Jahre statt. Die gute wirtschaftliche Lage gestattet, dass in den kommenden drei Jahren, also bis 2021, rund zehn Millionen Euro in verschiedenen Bereichen investiert werden können und sollen.

Nachdem nun der neue Kreisverkehr gebaut ist, wartet auf die Stadt schon die nächste Baustelle: Eine neue Kindertagesstätte muss her. Dafür laufen zu Jahresbeginn die Ausschreibungen. Ende März, Anfang April soll es mit dem Um- und Ausbau des Bauamt-Gebäudes losgehen. Wie Bürgermeister Werner Suchner (parteilos) andeutet, werden im Herbst etwa 40 Mädchen und Jungen in die Kita ziehen. Der Hort soll bis 2019 für 60 Kinder ausgebaut werden. Mit den Kleinen, die schon in der Kunterbunt-Außenstelle im Erdgeschoss des Hauses der Begegnungen betreut werden, kann die größte Kindertagesstätte des Kreises, die Kita „Kunterbunt“, merklich entlastet werden. Immerhin liegt deren Kapazität bei 230 Plätzen. Die Baukosten fürs neue Haus liegen bei insgesamt rund 1,75 Millionen Euro. Nach derzeitigem Stand wird mit Fördermitteln in Höhe von 650 000 Euro gerechnet. Bis zur Fertigstellung der Kita werden einige Eltern ihre Knirpse zunächst in anderen Einrichtungen unterbringen müssen. „Mit den Eltern halten wir engen Kontakt und haben eigens ein Management dafür aufgebaut, um bei Bedarf nach den besten Lösungen zu suchen“, erzählt das Stadtoberhaupt. Denn anzunehmen sei, dass weitere Calauer Kinder geboren werden, die irgendwann einen Kita-Platz brauchen – seit Jahresbeginn erblickten schon 64 Mädchen und Jungen das Licht der Welt.

Die neue Kita wird noch nicht fertig sein, da startet Calau schon mit der Sanierung der Oberschule. Und das könnte zur Herausforderung für alle Beteiligten werden. Vom ersten Schultag nach den Sommerferien an bis zum Ende der Bauzeit werden zwei Klassen im benachbarten Anwandterhaus und sechs Klassen in Containern unterrichtet. Sie aber würden unter gleich guten Bedingungen lernen wie ihre Mitschüler in den Häusern, verspricht der Bürgermeister. Am Ende wird eine komplett sanierte Oberschule für mehr Lernfreude sorgen, Das Erdgeschoss, in dem der Hort untergebracht ist, wird allerdings nicht angefasst. Im Haus 1 stehen unter anderem Elektro, Heizung, Fußboden, Lärmschutz, Lüftung, Maler auf dem Bauplan. Am Ende werden im Haus 2 die gleichen Bedingungen geschaffen. Bis 2020 soll sich auch die Ausstattung merklich verbessern – 63 000 Euro werden dafür ausgegeben. Das Bauvorhaben insgesamt wird voraussichtlich rund 2,3 Millionen Euro verschlingen. 1,7 Millionen Euro sind Fördermittel. Zurzeit besuchen 519 Mädchen und Jungen die Grund- und Oberschule.

Auch in den Ortsteilen ist an Bauerei einiges zu erwarten. Ausgebaut werden soll die Straße von der L 52 nach Reuden und die Ortsdurchfahrt. Für 2018 ist zunächst der erste Bauabschnitt vorgesehen, die Planung sei beauftragt, sagt Werner Suchner. Allerdings hänge das Vorhaben von Fördermitteln ab. Zu rechnen sei mit 377 000 Euro bei voraussichtlichen Gesamtkosten für den ersten Abschnitt von 940 000 Euro. Die Anlieger müssen nach dem kompletten Ausbau mit Anliegerbeiträgen rechnen.

In Saßleben soll im kommenden Jahr auch damit begonnen werden, das Gemeindezentrum mit Feuerwehr zu bauen – für etwa 650 000 Euro. In der neuen Halle wird in der Zukunft auch ein neues Einsatzfahrzeug für die Feuerwehr für knapp 300 000 Euro stehen.

Auch kulturell soll sich 2018 allerhand bewegen – zum Beispiel im Schwimmbad. Das 10. Stundenschwimmen ist für den 23. Juni angekündigt. Der 5. Mai ist für den Tag der Motoren reserviert. Von 11 bis 17 Uhr knattern in Calau die Motoren. Alle Interessierten, Vereine und Unternehmen aus der Region sind aufgerufen ihre motorbetriebenen Schätze vorzuführen. An mehreren Standorten werden spannende Aktionen und musikalische Unterhaltung gezeigt. Vom 16. bis 19. August wird zum alljährlichen Stadtfest gerufen, das erneut Torsten Teichert vorbereitet. Wahrscheinlich einen Monat später will Altnau mit einem kleinen Fest an seine Ersterwähnung vor 650 Jahren erinnern.

Dankbar ist der Bürgermeister allen Vereinen in der Stadt mit ihren Ortsteilen, die auch 2018 wieder viel auf die Beine stellen wollen. So freue es ihn auch, dass für das Heimatmuseum jemand gefunden wurde, mit dem es möglich werde, das Haus wieder regelmäßig zu öffnen. Die Stadt suche aber weiter Interessierte, die Touristen durch Calau führen. Mit Altdöbern wolle Calau wieder Werbung für sich machen auf dem Reisemarkt Ostbahnhof.