ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 15:19 Uhr

Nachnutzung für Denkmal
Wird Lübbenauer Lokschuppen zum Eisenbahn-Museum?

 Der Lokschuppen in Lübbenau soll nachgenutzt werden.
Der Lokschuppen in Lübbenau soll nachgenutzt werden. FOTO: Holger Neumann
Die Stadtverwaltung will von Erfahrungen in Wittberge profitieren. Zunächst jedoch wird die Sicherung des Denkmals teurer als geplant. Von Daniel Preikschat

Abgucken ist erlaubt bei der Stadtentwicklung. Dieser Ansicht ist zumindest der Lübbenauer Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos), wie sich diese Woche im Bauausschuss zeigte. Dort informierte er die Stadtverordneten über einen Besuch, den er mit weiteren Rathaus-Mitarbeitern Wittenberge abstatten wird. Am Donnerstag war man in der Elbestadt, genauer gesagt im dortigen Historischen Lokschuppen, in dem seit Herbst 2012 Brandenburgs größtes Eisenbahnmuseum untergebracht ist. Mehr als zehn Dampf- und Diesellokomotiven der Dampflokfreunde Salzwedel sind dort zu bestaunen. Der Besuch, so Wenzel, habe zunächst nur informativen Charakter und soll dem Austausch dienen.

Auch in Lübbenau im Lokschuppen ein Eisenbahn-Museum einzurichten, wird seit Jahren diskutiert. Jedoch gibt es auch andere Vorstellungen. Im Rathaus rechnet man nicht vor 2025 mit einer Nachnutzung und kalkuliert mindestens drei Millionen Euro dafür ein, das seit mehr als 20 Jahren ungenutzte Denkmalschutz-Objekt mit 4300 Quadratmetern Nutzfläche entsprechend herzurichten. Allein für die Sicherung des Gebäudes stellte die Stadt eine halbe Million Euro in den Haushalt ein. Wie sich jetzt jedoch zeigt, nachdem Statiker das Gebäude untersucht haben, werde man sogar eine Million Euro brauchen, das Objekt zu sichern, so Wenzel. Vor allem das stark angegriffene Dach verursache hohe Kosten.

In der Stadtumbau-Strategie Lübbenau ist jedoch auch festgehalten, warum der Aufwand dennoch lohnen dürfte. „Der Lokschuppen ist einer der wichtigsten baulichen Zeitzeugen von Lübbenau.“ Und weiter: Mit seiner Lage am Scharnier zwischen Altstadt und Neustadt hat er eine zentrale Aufgabe innerhalb des Stadtgefüges und des Kulturzentrums Gleis 3.

Jemand, der sich für ein Eisenbahn-Museum im Lübbenauer Lokschuppen einsetzt, ist der Bauingenieur im Ruhestand Erwin Lieke. Er ist auch ein Kenner der Eisenbahngeschichte Lübbenaus. Der Lokschuppen, sagt er mit Hinweis auf eine Chronik zum Bahnbetriebswerk, sei 1895 mit zunächst acht Ständen gebaut worden. Bis 1910 kamen fünf weitere Lok-Stände hinzu. Noch 1991 wurde die Drehscheibe des Lokschuppens funktionstüchtig repariert, so Lieke. Ende 1993 dann aber schon sei die gesamte Lok-Einsatzstelle in Lübbenau stillgeglegt worden, samt Lokschuppen.