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| 10:57 Uhr

Praktischer Naturschutz
Winterquartier für Reptilien und Fledermäuse gebaut

 Bei Sellendorf befindet sich das bedeutsamste Vorkommen von Wachholderheiden in Brandenburg.
Bei Sellendorf befindet sich das bedeutsamste Vorkommen von Wachholderheiden in Brandenburg. FOTO: Naturschutzfonds Brandenburg
Potsdam/Lübbenau. Stiftung Naturschutzfonds zieht Jahresbilanz.

Für den Naturschutz zwischen Elbe und Oder hat die Stiftung Naturschutzfonds Brandenburg im vergangenen Jahr mehr als 5,2 Millionen Euro bereitgestellt. Das geht aus dem aktuellen Jahresbericht hervor. Mit diesen Geldern konnten Vorhaben mit einem Gesamtumfang von 16,8 Millionen Euro realisiert werden. Neben der Umsetzung eigener Projekte, zum Beispiel zur Renaturierung von europaweit bedeutenden Lebensräumen wie Sandlandschaften oder Auen- und Moorwäldern, hat die Landesstiftung 36 Naturschutzprojekte Dritter gefördert.

„Mit ihrer Arbeit fördert die Stiftung nicht nur die biologische Vielfalt Brandenburgs. Von den Investitionen in den Naturschutz profitieren auch Landwirtschaftsbetriebe, die bei der Nutzung schwieriger Flächen unterstützt werden oder regionale Unternehmen, die Dienstleistungen für Projekte erbringen“, sagt Brandenburgs Umweltstaatssekretärin Carolin Schilde, die Vorsitzende des Stiftungsrats.

Die Gelder ermöglichten unter anderem Vorhaben des Arten- und Biotopschutzes, Hecken- und Baumpflanzungen sowie Maßnahmen, um Gewässer zu renaturieren und den Wasserrückhalt in der Landschaft zu verbessern. Die finanziellen Mittel stammen aus den Ersatzzahlungen der Eingriffsregelung, aber auch Zweckerträgen der Lotterie GlücksSpirale sowie Geldauflagen aus Gerichtsverfahren.

Beispiele der Projektförderung. So hat der Nabu-Regionalverband Calau in einem Förderprojekt ein Winterquartier für Fledermäuse und Reptilien geschaffen. Dieses entstand auf der kargen Bergbaufolgelandschaft bei Pritzen (Oberspreewald-Lausitz). Zentraler Bestandteil ist eine zehn Meter lange Betonröhre mit Fugen und Hohlblocksteinen. Hier finden Fledermäuse während ihres Winterschlafs Halt und sichere Verstecke. Die Röhre umgibt ein Gemisch aus Bruch- und Feldsteinen, Holzstubben und Schotter.

In Trebbin (Teltow-Fläming) und seinen Ortsteilen säumen nun 43 neue Linden die Straßen und Wege. Die Stadt Trebbin unternimmt seit Jahren erhebliche Anstrengungen, um den Baumbestand zu erhalten, zu pflegen und zu schützen. Die Stadtverwaltung hat sogar die Planungsleistungen für diese Pflanzung selbst erbracht. Die Pflanzung, Fertigstellungs- und Entwicklungspflege für die neuen Linden hat die Stiftung gefördert. Die langfristige Unterhaltung der Bäume übernimmt wiederum die Stadt.

Im Landkreis Uckermark im Ort Hessenhagen konnten mithilfe von Stiftungsgeldern der verlandete Dorfteich als Lebensraum für Amphibien wiederhergestellt werden. Der Teich war ursprünglich ein natürliches Gewässer. In der Vergangenheit verlandete der Teich immer mehr, drohte sogar vollständig auszutrocknen und zuzuwachsen. Um die natürliche Form mit seichter Uferböschung und Flachwasserzonen wieder herauszubilden, wurden mehrere tausend Kubikmeter Schlamm abgetragen. Mit etwas Glück ist schon im kommenden Jahr der Chor der Rotbauchunken wieder zu hören.

Stiftungsprojekte. Für ihre beiden größten Naturschutzprojekte nutzt die Landesstiftung europä­ische Fördermittel, um die Artenfülle spezieller, gefährdeter Lebensräume zu sichern, für die Brandenburg eine besondere Verantwortung in Deutschland und Europa trägt.

Das Team von „Life Sandrasen“ hat unter anderem in den Wustrickwiesen bei Groß Köris (Dahme-Spreewald) den ursprünglichen Landschaftscharakter mit großen, offenen Wiesen und Weiden sowie lichten Wäldern wiederhergestellt. Bereits 2016 wurden hier Kiefernforste aufgelichtet. Es wurden der Oberboden abgetragen, offene Sandflächen geschaffen und selten gewordene Pflanzen wie die Astlose Graslilie und der Berg-Haarstrang wieder angesiedelt.

Wanderwegweiser, GPS-Tracks oder Informationstafeln führen dank der Unterstützung durch den Naturschutzfonds im Dahmeseen-Gebiet ab sofort durch die Bugker Sahara, ins Sutschketal bei Bestensee sowie auf die Binnendüne Waltersberge in Storkow und machen diese Sandlandschaften erlebbar.

 Bei Sellendorfbefindet sich das bedeutsamste Vorkommen von Wachholderheiden in Brandenburg. Foto: Naturschutzfonds
Bei Sellendorfbefindet sich das bedeutsamste Vorkommen von Wachholderheiden in Brandenburg. Foto: Naturschutzfonds FOTO: Naturschutzfonds Brandenburg
  Foto: Rudmer Zwerver/shutterstock.com
Foto: Rudmer Zwerver/shutterstock.com FOTO: Rudmer Zwerver/shutterstock.com