| 18:56 Uhr

Kommunalpolitik
Winterdienst in Dörfern umstritten

Schnee schippen – dieser leidigen Pflicht müssen in den Vetschauer Ortsteilen künftig möglicherweise mehr Anwohner als bisher nachkommen.
Schnee schippen – dieser leidigen Pflicht müssen in den Vetschauer Ortsteilen künftig möglicherweise mehr Anwohner als bisher nachkommen. FOTO: Tobias Hase
Vetschau. Eine Beschlussvorlage aus dem Rathaus kommt in den Vetschauer Ortsteilen nicht gut an.

Das Thema Winterdienst sorgt derzeit in den Dörfern rund um Vetschau für Gesprächsstoff. Eine fast 30-seitige Beschlussvorlage aus dem Rathaus birgt einige Änderungen gegenüber der bisherigen Regelung in sich, die man zumindest in Göritz, Laasow, Repten, Stradow und Koßwig so nicht akzeptieren will. Die Ortsbeiräte dort haben die Vorlage abgelehnt. Weshalb vergangene Woche auch die Stadtverordneten im Hauptausschuss die Satzung noch nicht befürworten wollen.

Kritisch sehen die Ortsbeiräte und -vorsteher vor allem zwei beabsichtigte Neuregelungen: Zum einen sollen die Anwohner nun entlang von Straßen ohne Gehweg einen 1,50 Meter breiten Streifen selbst vom Schnee befreien und streuen. Zum anderen will die Stadt Vetschau in einer Reihe von Straßenabschnitten aus technischen Gründen keinen Winterdienst mehr leisten. Zum Beispiel im Reptener Schulweg bis zum Ende der Wohnbebauung. „Wir haben deshalb die Vorlage abgelehnt und um Klärung gebeten“, so Ortsvorsteher Matthias Heitzmann.

In Koßwig, so Ortsvorsteher Bodo Pietzer, sollen gleich mehrere Straßenabschnitte nicht mehr geräumt werden. Hinzu kommt die neue Räumpflicht entlang der gehweglosen Randtreifen. Aus Sicht Pietzers ist diese Arbeit unmittelbar an der Fahrbahn nicht ungefährlich – und möglicherweise außerdem unnötig, wenn der Schneepflug doch noch kommen sollte. Fest gefahrener Schnee in nicht geräumten Straßen sei ebenfalls eine Gefahr, so der Ortsvorsteher weiter. Man habe deshalb, in der Gesamtbetrachtung der Probleme, Nein gesagt zu der Vorlage. Pietzer versteht auch nicht, warum die Stadt Vetschau die Satzung für den Winterdienst überhaupt noch mal geändert haben will.

Bauamtsleiter Sven Blümel erklärt das mit Hinweisen der beauftragten Dienstleister. Die Fahrer der Räum- und Streufahrzeuge haben in den Dörfern zum Teil Probleme bei Wendemanövern. Längere Zufahrten oder Stichstraßen seien nur schwer mit den großen Autos erreichbar. Die unbefestigten 1,50 Meter-Streifen erfüllen Gehwegzwecke. Anwohner in die Pflicht zu nehmen, sie zu räumen, sollte daher nachvollziehbar sein, gibt Blümel den Standpunkt der Stadtverwaltung wieder. Dennoch klopfe man die Satzung aufgrund der Hinweise aus den Ortsteilen jetzt noch einmal ab. Beispielsweise werde man den Dorfbewohnern bei der Streifenbreite entgegenkommen, so der Bauamtsleiter: statt 1,50 Meter nur noch ein Meter. Die Gesetzeslage gebe das her.

Möglich sei natürlich auch, Straßenabschnitte wieder in den Winterdienst der Stadt mit rein zu nehmen. Allerdings, so Sven Blümel, könnte das Einfluss auf die nächste Gebührenkalkulation haben.