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Lübbenau
Winter-Tourismus: Kahnfährleute haben länger Arbeit

Der stellvertretende Hafenmeister vom Spreehafen Burg, Thomas Petsching, fährt am 14.12.2017 einen Kahn mit Gas-Kamin über ein Fließ in Burg-Kauper (Brandenburg). Touristen kennen die Kahnfahrt im Spreewald vor allem aus dem Sommer - aber auch im Winter starten Kahnfährleute ihre Touren.
Der stellvertretende Hafenmeister vom Spreehafen Burg, Thomas Petsching, fährt am 14.12.2017 einen Kahn mit Gas-Kamin über ein Fließ in Burg-Kauper (Brandenburg). Touristen kennen die Kahnfahrt im Spreewald vor allem aus dem Sommer - aber auch im Winter starten Kahnfährleute ihre Touren. FOTO: Patrick Pleul / dpa
Burg/Lübbenau. Das Saisongeschäft der Kahnfährleute im Spreewald dehnt sich immer weiter in den Winter aus. Das hat positive Auswirkungen für die Beschäftigungsdauer.

Einen Vorteil hat die Fahrt auf dem Kahn in den Winterabend im Spreewald schon einmal: Es gibt keine Mücken wie im Sommer. Kahnfährmann Thomas Petsching hat eine Mütze auf und einen dicken Schal an. Er muss sich ducken - der Kahn fährt gerade unter einer der vielen Fußgängerbrücken durch. Jetzt vor Weihnachten aber auch sonst im Winter gebe es viele Anfragen nach Kahnfahrten, erläutert der stellvertretende Hafenmeister des Spreehafens Burg. Familien, Pärchen oder Firmen, die Weihnachtsfeiern im Spreewald ausrichten, seien darunter. Die Nachfrage steige seit Jahren. Die meisten Besucher kämen aus Brandenburg, Berlin, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Ein Feuer flackert im Dunkel. Ein Gaskamin ist in der Mitte des Kahns platziert, davor und dahinter sind Sitzbänke mit Fleece-Decken. In einem Feuerring des Kamins, der von einer Glasvorrichtung umfasst ist, brennen Lavasteine. Mit Angeboten wie einer Fahrt mit dem Kamin-Kahn wollen die Fährleute etwas Besonderes abseits der klassischen Kahnfahrt anbieten. Es gibt zum Beispiel auch Glühwein-Kahnfahrten.

Da sich der Winter-Tourismus immer mehr im Spreewald etabliere, hätten einige Kahnfährleute länger Arbeit, schildert Petsching. Das klassische Saisongeschäft, das sich ausschließlich auf den Sommer beziehe, gebe es schon länger nicht mehr.

Das ist auch vom Hafen in Lübbenau zu hören. Dort starten wie in Burg jeden Tag zu bestimmten Zeiten Kahnfahrten, wie der Vorstandsvorsitzende der Kahnfährgenossenschaft Lübbenau, Steffen Franke, berichtet. Bis 2003 habe es im Winter in der Region gar keine Fahrten gegeben. Seit rund 15 Jahren entwickle sich die Nachfrage zunehmend positiv.

Was die Buchungen angeht, so seien vor allem Fahrten zwischen 15 und 17 Uhr beliebt, heißt es aus Burg. „Immer in die Dämmerung hinein“, sagt Petsching. Die beliebtesten Tage seien Freitag und Samstag. Die Kahnfährleute sind im Spreewald gut vernetzt mit der Hotellerie und Gastronomie, so dass Kahnfahrten auch Teil von gebuchten Arrangements bei Kurzurlauben sind. Das bringt auch Gäste in den Kahn.

Der Spreewald ist touristisch gesehen ein Zugpferd in Brandenburg. Die Leiterin des Tourismusverbands Spreewald, Anette Ernst, sagt: „Der Spreewald wird zunehmend als Reiseziel wahrgenommen und das nicht nur im Sommer, sondern zu jeder Jahreszeit.“

(dpa/bob)