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Winkel soll Gäste neugierig machen

Dieser Winkel! Von vielen Vetschauern ungeliebt, soll er noch in diesem Jahr seine endgültige Bestimmung erfahren.
Dieser Winkel! Von vielen Vetschauern ungeliebt, soll er noch in diesem Jahr seine endgültige Bestimmung erfahren. FOTO: Kuschy
Vetschau. Er hat nicht sehr viele Freunde, der Winkel auf dem Vetschauer Marktplatz. Dafür aber soll er Vetschau und seinen Touristen nützlich werden und noch in diesem Jahr seine endgültige Bestimmung erfahren – praktisch als kleine Tourist-Information. Hannelore Kuschy

Zehn Jahre steht der Vetschauer Winkel schon so da, wie er da steht. Und die Aufgabe, die ihm sein Erschaffer zugedacht hatte, nämlich Vetschau multimedial zu präsentieren, hat er bis heute nicht erfüllt. Die Diskussion darüber, was man denn mit diesem Sonderbauwerk anstellen könnte, währt ebenfalls schon Jahre.

In diesem Jahr nun soll Schluss gemacht werden mit allen Spekulationen - mit einem Winkelzug: Eine große PVC-Plane wird die gesamte Fläche hinter der Scheibe bedecken. Sie enthält den aktuellen Vetschauer Stadtplan mit einer Umgebungskarte und Piktogramme von einzelnen Sehenswürdigkeiten aus dem gesamten Stadtgebiet. Texte zu den verschiedenen Objekten, so Franziska Riemann von der Regionalen Entwicklungsgesellschaft, würden auch mit einem QR-Code und Audiodateien ergänzt. Für aktuelle Veranstaltungstipps soll eine kleinere Fläche freigehalten werden. "Noch vor Weihnachten wird die Potsdamer Grafikagentur Terra Press den Winkel ausgestattet haben", sagt sie. Die Plane mit UV-Beschichtung und einer sieben Jahre garantierten Farbechtheit werde hinter einer großen Scheibe angebracht, die mit einer Folie entspiegelt werden soll. Gerechnet werde mit Kosten in Höhe von 4000 Euro.

Diese Variante ist eine von drei, die seinerzeit zur Diskussion gestanden haben. Die erste war die Demontage des Winkels. Zum einen hätte das einen fünfstelligen Euro-Betrag gekostet, zum anderen käme auf die Stadt die Rückzahlung von Fördermitteln in Höhe von 60 000 bis 70 000 Euro zu, prophezeit Franziska Riemann. Damit nicht genug - auch der Architekt könnte Ansprüche geltend machen.

Die zweite Variante sah vor, den Winkel mit steuerbarer Technik und interaktiver Bedienung auszurüsten. "Experten haben davon abgeraten", sagt die Tourismus-Expertin. Der Winkel sei hohen Temperaturschwankungen ausgesetzt, die der Technik nicht gut täten. Zu bedenken sei auch, dass diese Technik kontinuierlich betreut werden müsse. Mit einem beachtlichen fünfstelligen Betrag sei auch hierfür zu rechnen. Damit bleibt Variante 3. Mit der nun wohl endgültigen Lösung soll der Besuch von Sehenswürdigkeiten durch die Infos nicht ersetzt werden. "Wir wollen damit einen Anreiz schaffen, Vetschau und seine Umgebung besser kennenzulernen", sagt Franziska Riemann.