"Was ist, wenn während der Feldbestellung oder Ernte einer unserer Mitarbeiter mit dem Trecker auf dem Feld arbeitet und so eine Spitze plötzlich durch die Luft fliegt?"

Dass die Flügelspitze eines Rotorblattes abbricht, sei ein Ausnahmeereignis, das bisher noch an keiner der von ihnen betriebenen Windkraftanlagen vorgekommen sei, erklärt Andreas Ehrenhofer, Geschäftsführer der Teut Windprojekte GmbH in Berlin. Der Schaden sei während des Orkans Xaver eingetreten. Zu diesem Zeitpunkt seien die Anlagen bereits abgeschaltet gewesen. "Die Gondeln drehen sich dann in die Hauptwindrichtung, um dem Sturm so wenig Angriffsfläche wie möglich zu geben", erläutert der Ingenieur. Wieder eingeschaltet würden die Anlagen grundsätzlich vor Ort und von Hand. "Dabei wurde auch der Schaden festgestellt." Das Windrad bleibe außer Betrieb, bis das Rotorblatt ausgetauscht ist.

Grundsätzlich würden die Anlagen ständig fernüberwacht und bei einer Abweichung von den vorgegebenen Parametern abgeschaltet. Zudem gebe es Wartungsintervalle mit vorgeschriebenen Zyklen, erklärt der Geschäftsführer.

Rotorblätter seien die am meisten beanspruchten Teile einer Windkraftanlage. Daher erfolge alle vier Jahre eine Intensivkontrolle, bei der Spezialisten sich abseilen und die Flügel Stück für Stück auf Schäden prüfen. "Ist eine Anlage älter als zwölf Jahre, erfolgt diese Sichtkontrolle alle zwei Jahre", erläutert Andreas Ehrenhofer.

Die Vorgaben der Behörden für die Sicherheit der Anlagen seien sehr hoch. Dennoch könne so ein Schaden nicht völlig ausgeschlossen werden. "Worin die Ursache für den Bruch bestand, werden die Untersuchungen nach der Demontage ergeben", so Ehrenhofer.