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| 15:28 Uhr

Illegale Abfallentsorgung
Windelskandal in Ragow

Schweinerei an der L49 in Ragow bei Lübbenau: Seit einigen Wochen werfen unbekannte Täter Beutel mit Windelresten an den Straßenrand.
Schweinerei an der L49 in Ragow bei Lübbenau: Seit einigen Wochen werfen unbekannte Täter Beutel mit Windelresten an den Straßenrand. FOTO: Sandra Pengel
Lübbenau/Ragow. Unbekannte werfen seit Wochen Abfälle an den Straßenrand. Amt droht hohes Bußgeld an. Von Rüdiger Hofmann

Der Lübbenauer Ortsteil Ragow wird derzeit von einem Windelskandal erschüttert. Kein Einzelfall mehr, denn seit einigen Wochen werfen Unbekannte die Windelabfälle ihrer Babies in Größenordnungen achtlos an den Straßenrand. Konkret handelt es sich um Straßenabschnitte der L49 am nördlichen Ortsausgang Ragow nahe des Wäldchens sowie in südlicher Richtung auf der Lübbener Straße. Aktuell gibt es noch keine Hinweise zu den Verursachern.

„Im vorliegenden Fall handelt es sich zwar nicht um einen Straftatbestand, aber um eine Ordnungswidrigkeit“, teilt Stefanie Hille, Leiterin der unteren Abfallwirtschafts- und Bodenschutzbehörde vom Amt für Umwelt und Bauaufsicht mit. „Der Behörde des Landkreises Oberspreewald-Lausitz war dieses Problem bisher nicht bekannt“, sagt Pressesprecherin Sarah Werner. Auch beim örtlichen Ordnungsamt der Stadt Lübbenau wurde auf Nachfrage ein solcher Tatbestand nicht angezeigt. „Wir nehmen die Anzeige aber nun zum Anlass, um tätig zu werden“, so Werner.

Tätig werden heißt: Die illegal entsorgten Windeln werden in Absprache zwischen Landkreis und Stadt durch den Bauhof Lübbenau eingesammelt und über den Kommunalen Abfallentsorgungsverband „Niederlausitz“ entsorgt. Die Höhe der Entsorgungskosten richtet sich nach Umfang und Art des Abfalls und wird durch die Abfallentsorgungsverbände festgelegt. In welcher Form – Verwarngeld oder Bußgeld – eine solche Ordnungswidrigkeit geahndet wird, hängt von der Menge und Art (gefährlich oder nicht gefährlich) der illegal entsorgten Abfälle ab. „Im vorliegenden Fall ist der Müll als nicht gefährlich einzustufen“, teilt die unteren Abfallwirtschafts- und Bodenschutzbehörde mit.

Die rot umrandeten Bereiche zeigen die Auffindorte der Windeln. Die L49 bei Ragow verläuft in nördlicher Richtung nach Lübben, südlich nach Lübbenau.
Die rot umrandeten Bereiche zeigen die Auffindorte der Windeln. Die L49 bei Ragow verläuft in nördlicher Richtung nach Lübben, südlich nach Lübbenau. FOTO: Grafik LR / Sandra Pengel

„Sollte jemand auf frischer Tat ertappt werden, so kann er je nach Art und Umfang des entsorgten Mülls mit einem Verwarngeld von mindestens 25 Euro bis hin zu einem Bußgeld von mehreren Tausend Euro rechnen“, so das Ordnungsamt. Eine Abfallablagerung, wie in diesem Fall die Windeln, sei für den Umweltaspekt in keiner Form akzeptabel, heißt es weiter. Vor allem an Tagen, an denen die Temperaturen bis auf 28 Grad steigen, ist mit entsprechender Geruchsbelästigung zu rechnen. „Hinzu kommen auch mögliche Schmutzverschleppungen durch Wild oder Vögel. Abfall ist nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz ordnungsgemäß und schadlos zu entsorgen“, sagt das Amt für Umwelt und Bauaufsicht.

Der unteren Abfallwirtschafts- und Bodenschutzbehörde wurden nach Auskunft der zuständigen Mitarbeiterin bislang keine Fälle angezeigt, in denen es an Orten im Landkreis solche illegalen Windel-Abfallentsorgungen gegeben hat.