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| 02:32 Uhr

Wiedersehen in neuen Räumen

Beim ersten Plinseessen im neuen Seniorentreff.
Beim ersten Plinseessen im neuen Seniorentreff. FOTO: Kuschy
Vetschau. Mit einem Mal ist alles ganz schnell gegangen: Im Seniorenklub an der Cottbuser Straße in Vetschau hat es keine Betreuung mehr gegeben. Dafür aber im Bürgerhaus an der Bebelstraße. Schon haben sich die ersten Senioren dort eingefunden. Eingelebt aber haben sich noch längst nicht alle. Hannelore Kuschy

Es ist der erste Plinse-Nachmittag für Senioren im Bürgerhaus an der Vetschauer Bebelstraße. Die Buttermilchplinse, die Frieda Krause gebacken hat, waren wohl doch zu verlockend, als dass der eine oder andere lieber zu Hause geblieben wäre. Viele sind gekommen, aber längst nicht alle, die sonst den lieb gewonnenen Klub an der Cottbuser Straße besucht hatten.

Angekündigt war der Umzug bis spätestens zum Jahresende. Aber kaum jemand von den Senioren wollte wirklich ins Bürgerhaus umziehen. Bereits Ende April war der Vertrag mit Anita Gork, die die Senioren betreut hatte, ausgelaufen.

An ihre Stelle ist jetzt Undine Falk gerückt - für 20 Stunden in der Woche - aber im Bürgerhaus. So führte der Weg die ersten aus der alten Riege genau dorthin.

Die Tische sind grün eingedeckt. Heidi Dehmel, die sonst ihren Vater hierher begleitet hatte, hilft beim Plinseverteilen und wird von Ingrid Neumann unterstützt, die ansonsten mit den mobilen Senioren unterwegs ist. Schon lange vor 14 Uhr hat Frieda Krause in der kleinen Küche gestanden und die leckeren Plinse gebacken. "Das Rezept hab' ich aus der Cottbuser Straße mitgenommen", erzählt die zierliche Frau in der Kittelschürze. Immer zwei Plinse legen die gut gelaunten Frauen auf jeden Teller.

Ingrid Neumann kann sich für die neuen Räume begeistern, "weil sie so neu sind". Etwas zurückhaltender ist die Plinsebäckerin: "Ja, hier ist es ganz schön, aber es war ja nichts bekannt. Keiner wusste, wie es hier ist", sagt sie. Die 87-jährige Luise Beyerl findet, dass "es bald besser als in den alten Räumen ist". Warum dann aber die ganze Aufregung vor dem Umzug? Horst Raak erklärt sich das so: "Stadt und Seniorenbeirat, auch die Abgeordneten, haben sich nicht gekümmert. Wir wussten nicht, was uns erwartet." Der 75-Jährige sei öfter im Klub. "Mit dem Umzug werden sich nun alle abfinden müssen", sagt er.

Milla, die kleine Enkeltochter von Renate Vadaszi, geht in die Kita "Sonnenkäfer" nebenan. Deshalb werde sie wohl öfter mal hier sein. "An die Räume habe ich mich noch nicht gewöhnt. Die alten haben mehr Wärme ausgestrahlt", erzählt Erika Hübner, die mit Hildegard Liers, Gisela Wottscheg und Renate Gräßler am Tisch sitzt. Sie alle loben die Neue, Undine Falk, die für die Senioren da ist und alle Veranstaltungen im Bürgerhaus koordiniert. "Von 9 bis 17 Uhr, freitags bis 12 Uhr, bin ich hier zu erreichen", sagt sie. Bisher sei es auch gelungen, den Senioren so viel Zeit wie möglich in den neuen Räumen zu geben.