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Wie Ziegel auf moderne Art produziert werden

Zur letzten RUNDSCHAU-Sommertour 2006 haben sich die Teilnehmer gestern bei Sonnenschein und angenehmem Radler-Wetter vor dem Altdöberner Schloss getroffen. Der Weg führte dieses Mal am „Niederlausitzer Märchenschloss“ vorbei in die Niederlausitzer Landschaft. Von Uwe Hegewald

Mit Eckhard Hoika steht ein erfahrener Wanderführer an der Spitze des radelnden Trosses. "3000 Kilometer bin ich im Jahr auf dem Fahrrad unterwegs. Hinzu kommen noch rund 30 000 Kilometer mit dem Firmenbus", erzählt der 47-Jährige. Seinen Hauptsitz hat er im Familienpark von Großkoschen, wo er in den Sommermonaten drei Angestellte auf 400-Euro-Basis beschäftigt.
Ganz andere Zahlen schreibt das zum Verbund der Wienerberger Ziegelindustrie GmbH gehörende Werk Buchwäldchen, wo die Radfahrergruppe den ersten Halt einlegt. Begrüßt werden sie dort von weiteren sieben Radtouristen aus Calau und vom Werkleiter Rainer Mühle. "50 Mitarbeiter sind in unserem Betrieb beschäftigt", informiert er. "Allesamt Leute vom Fach, die etwas von Keramik und dem Produktionsablauf verstehen", sagt der Betriebs-Chef. "Die Belegschaft ist das Pfund, mit dem wir wuchern", hebt er während der zweistündigen Werksführung hervor.
"Jährlich werden über 32 Millionen Klinker produziert. Hierbei umfasst die Produktpalette mehr als 250 verschiedene Form- und Farbspiele", fügt er hinzu. Das Hauptgeschäft bilden die Standartformate, darüber hinaus hat sich das Klinkerwerk Buchwäldchen, das hier seit 1864 produziert, auch einen Namen als Kies- und Sandlieferant gemacht. "Besonders stolz sind wir auf unser Dienstleistungsangebot bei der Fertigung von Spezialkeramik", betont Mühle. "Hier ist nahezu alles möglich, was der Denkmalschutz fordert oder der Kunde wünscht." Die Buchwäldchener Klinkerprodukte werden europaweit exportiert.
Kürzlich sind mehrere Container-Ladungen nach Japan transportiert worden. "Am Dienstag verlassen 200 mit Klinker beladene Container den Hof ins ferne Kuwait", berichtet Mühle. Seit 1992 sind im Klinkerwerk Buchwäldchen über 40 Millionen Euro investiert worden. "Von einst 30 Lausitzer Klinkerwerken haben mit Lichterfeld, Crinitz und Buchwäldchen nur drei Betriebe überlebt", informiert Rainer Mühle. "Wir setzen alles daran, damit wir uns auch zukünftig am Markt behaupten können", sagt er.
Auf der Weiterfahrt überrascht Tour -Experte Eckhard Hoika die Radler mit einem originellen Verpflegungsstand. In Missen laben sich die RUNDSCHAU-Sommertouristen an einer üppigen Obsttafel, bevor sie der Weg zum schwimmenden Haus nach Laasow führt. Dort hatten am Vortag IBA, Fachhochschule Lausitz und LMBV im Beisein von Ministerpräsidenten Matthias Platzeck den Vertrag für ein Kompetenzzentrum unterzeichnet. Letzte Station der rund 40 Kilometer langen Tour ist die Bergbau-Traditionsgaststätte "Drehpunkt" in Göritz.