Von Liesa Hellmann

Lange wurde diskutiert, nun steht fest: „Das Projekt Brückenschieber kommt im Naturschutzgebiet nicht zustande.“ Das gab Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) während der Einwohnerfragestunde der vergangenen Stadtverordnetenversammlung bekannt. Nachdem die untere Naturschutzbehörde bereits den Standort am Wotschofskaweg abgelehnt hatte, wurde auch für zwei weitere Standorte keine Genehmigung erteilt. Während diese Nachricht erleichterte Reaktionen bei einigen Bürgerinnen und Stadtverordneten hervorrief, betonte Wenzel: „Der Brückenschieber sollte ein Test sein, ein Ansatz für mehr Inklusion.“

Das Thema, wie Stufenbrücken barrierefrei(er) gestaltet werden können, ist jedoch weiterhin Thema bei den Stadtverordneten. „Radfahrer gehören zum Stadtbild von Lübbenau dazu. Menschen mit Handicap und Familien mit Kindern werden bisher aber ausgebremst“, sagte Christina Balke, Vorsitzende der CDU-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung. Die CDU-Fraktion schlug einen Ideenwettbewerb vor, bei dem Einwohnerinnen Vorschläge einreichen könnten, wie Stufenbrücken leichter überquert werden könnten. Der Antrag wurde mit dem Zusatz der SPD-Fraktion, dass zudem die „Entwicklung und Ausschilderung barrierefreier Alternativrouten“ vorangetrieben werden müsse, an die Ausschüsse verwiesen.

Fahren bald Autos über die Spreewälder Stufenbrücken?

Damit war das Thema Stufenbrücken nicht abgeschlossen. Zur Abstimmung stand außerdem der Ersatzneubau einer Stufenbrücke über das Lehder Fließ im Bereich An der Dolzke. Die Brücke ist derzeit ein Privatweg, eine öffentliche Nutzung der ist geplant. Vier Varianten wurden erarbeitet. Die Verwaltung der Stadt Lübbenau favorisiert eine der beiden Varianten, die es auch Pkws mit Anhängern erlauben würde, die Brücke zu überqueren (s. Bild Varianten 3 und 4).

„Spreewaldbrücken, über die Autos fahren, sind schlimmer als Brückenschieber“, sagte Rudolf Heine (SPD). Die SPD-Fraktion stellte den Antrag, das Vorhaben erneut in den Bauausschuss zu überweisen. „Die Vor- und Nachteile der Varianten sollten noch konkreter besprochen werden“, sagte der Vorsitzende des Bausauschusses, Siegmar Feldheim (SPD). Zugestimmt hatte der Bauausschuss einer Kombination aus Stufen- und Rampenflächen – die vier Varianten lagen ihm jedoch nicht vor. Sie wurden erst im später stattfindenden Hauptausschuss vorgestellt. Die Stadtverordnetenversammlung verwies den Antrag einstimmig zurück an den Bauausschuss.

Umstrittenes Vorhaben Gefahr für den Wotschofskaweg?

Lübbenau