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| 12:25 Uhr

Mensch und Tier
Wie Hundefreunde ihre Tiere schützen können

  In der Hundeschule kann man seinem Vierbeiner richtiges Verhalten beibringen.
In der Hundeschule kann man seinem Vierbeiner richtiges Verhalten beibringen. FOTO: Harriet Stürmer
Lübbenau/Vetschau. Bello und Co. sind Gefahren ausgesetzt, können selbst aber auch eine Gefahr darstellen. Tierarzt und Hundesportlerin geben Haltern wertvolle Tipps. Von Daniel Preikschat und Rüdiger Hofmann

Einen Giftköderanschlag auf Tiere hat es im Vetschauer Raum im Herbst 2018 gegeben. Vier Katzen sind dabei qualvoll verendet. Seitdem hat sich die Situation aber entspannt. „Mir sind keine neuen Giftköderanschläge mehr auf Katzen oder Hunde zu Ohren gekommen“, sagt der Vetschauer Tierarzt Stefan Schön.

Doch welche Möglichkeiten gibt es eigentlich, Katzen oder Hunde abzuhalten, an Giftköder heranzugehen und diese zu fressen? „Ich empfehle Tierhaltern, den Hund beim Freilaufen immer zu beobachten, und insbesondere beim Schnuppern oder Stöckchen werfen darauf zu achten, was sich im Maul befindet“, so Stefan Schön. Bei Vergiftungserscheinungen wie Apathie, Zittern oder Krämpfen sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden, bei dem dann Bericht erstattet wird und der beim Tier ein Erbrechen auslösen kann.

Laut Tierarzt sei es auch möglich, Hunde abzurichten, dass sie nur auf Befehl fressen. „Aber das erfordert Disziplin und Übung. Es sind auch nicht alle Tiere so willensstark, dass es funktioniert“, erläutert der Vetschauer.

Trainieren können Halter Sozialverhalten und Freilauf ihrer Hunde beispielsweise auf dem eingezäunten Gelände des Hundesportvereins Lübbenau mit seinen derzeit 46 Mitgliedern und etwa 20 regelmäßigen Gästen. Vereinsvorsitzende Carola Böldt kann sich an Giftköder-Anschläge im Raum Lübbenau in jüngerer Zeit nicht erinnern. Nahe Waltersdorf, hat sie gehört, seien aber schon mal vergiftete Hackfleischbällchen ausgelegt worden. Bekannt ist der Lübbenauerin auch, dass gerade in Städten Grünbereiche für Hunde gefährlich werden können, sodass ihnen die Halter zu ihrem Schutz Maulkörbe anlegen. Beim Freilauf sollten Tiere in jedem Fall immer gut beobachtet werden. Da kann Carola Böldt Tierarzt Stefan Schön nur zustimmen: Gute Beobachtung des Tiers ist ungemein wichtig. Nicht nur, um der Vergiftungsgefahr vorzubeugen.

Denn umgekehrt gehe ja auch von den Tieren Gefahr aus. Im Hundesportverein hatte zum Beispiel ein Tier für Gesprächsstoff gesorgt, das in Klessow und Beuchow herumstreunte – vom Halter keine Spur. So etwas gehe gar nicht, sagt Carola Böldt: „Gerade jetzt nicht, wo wieder mehr Jogger und Radfahrer in der Natur unterwegs sind.“ Nicht jeder von ihnen möge Hunde, manche haben schon Angst, wenn sich nur ein Mops nähert. Zumindest kurzzeitig an die Leine nehmen sollte man seinen Hund aber auch, wenn ein andere Halter mit seinem Tier entgegenkommt. Überhaupt sollte der Hund ein gutes Sozialverhalten haben und der Halter ihn jederzeit zu sich rufen können, sonst sei vom Freilauf abzuraten.

Die Vereinsvorsitzende plädiert an das Verantwortungsbewusstsein. Wer einen Hund hat oder haben möchte, muss ihn artgerecht halten können. Ihn nur zu füttern, reicht nicht. Genau so wichtig ist ausreichend Bewegung. Hunde, denen es gut geht, machen dann auch wenig Probleme. Man müsse ihnen gar nicht so viel beibringen, so die Fachfrau. Verantwortungsbewusst könne aber auch sein, einen Hund ins Tierheim zu geben. Nämlich dann, wenn der Halter die artgerechte Haltung nicht länger leisten kann. Änderungen im Berufsleben, Umzug oder Krankheit können Gründe hierfür sein. So eine Entscheidung sei dann zwar hart, aber notwendig. Und Carola Böldt hat auch schon dazu geraten. Im konkreten Fall fand sich aber für das schöne, sieben Monate alte Tier schnell ein neuer Halter.

  In der Hundeschule kann man seinem Vierbeiner richtiges Verhalten beibringen.
In der Hundeschule kann man seinem Vierbeiner richtiges Verhalten beibringen. FOTO: Harriet Stürmer