| 02:32 Uhr

Wie der Spreewald funktioniert

Abenteuer Auenlandschaft: 15 Teilnehmer waren der Einladung gefolgt und spazierten mit Michael Petschick und der RUNDSCHAU durch den Spreewald.
Abenteuer Auenlandschaft: 15 Teilnehmer waren der Einladung gefolgt und spazierten mit Michael Petschick und der RUNDSCHAU durch den Spreewald. FOTO: Wiesner
Lübbenau. Enttäuschungen, Mückenstiche – aber auch viel Kostbares bei der Sommertour in Lübbenau. Man kann kaum besser in den Tag starten als mit einem Spaziergang durchs Biosphärenreservat. Steven Wiesner

Die RUNDSCHAU-Sommertour durch das Biosphärenreservat Spreewald begann am Donnerstag gleich mal mit einer schlechten Nachricht. Denn die ursprünglich geplante Route via Wotschofska-Pfad mit einer Barfußwanderung über die Moorwiese musste wetterbedingt abgeändert werden. "Es ist einfach zu nass und die Wiese konnte deshalb auch noch nicht gemäht werden. Dort lang zu laufen, möchte ich zurzeit niemandem zumuten", erklärte Reiseführer Michael Petschick, der stellvertretende Leiter des Spreewälder Biosphärenreservates, das seit dem Jahr 1991 anerkanntes UNESCO-Schutzgebiet ist.

Nicht barfuß, sondern mit fester Besohlung ging es also knapp zwei Stunden lang von der Lübbenauer Altstadt bis nach Lehde und wieder zurück. Doch die 15 Teilnehmer kamen trotzdem auf ihre Kosten bei der Erkundung des Naturparadieses. Hartmut Grabengießer beispielsweise, der derzeit mit seiner Frau Martina Urlaub macht in Lübbenau. "Es war schon sehr interessant, zu sehen und zu erfahren, wie der Spreewald funktioniert", ließ sich der 67-Jährige aus Gera zitieren. "Und wie verrückt die Menschen gewesen sein müssen, die sich hier vor Hunderten von Jahren trotz des Hochwassers angesiedelt und Häuser gebaut haben."

Doch der Mensch macht nun mal verrückte Sachen. Umso notwendiger ist heute auch der Einsatz von Michael Petschick & Co., die maßgeblich zur Erhaltung dieser naturgegebenen Oase beitragen. "Es muss einen Ausgleich geben zwischen Menschen, Touristik, aber auch nachhaltiger Natur", erklärte Petschick den Besuchern eine der Hauptaufgaben des Reservates. "Es muss eine Harmonie geben."

Harmonisch war die Tour dank vieler draufgängerischer Mücken zwar nicht immer, dennoch kann man wohl kaum besser in einen Tag starten als mit einem unaufgeregten Spaziergang durch den Spreewald. Wer nun unbedingt nochmal die Moorwiese begehen will, sollte das aber nicht auf eigene Faust in Angriff nehmen. "Das ist nicht erlaubt", sagt Petschick. "Das kostet sonst 30 Euro Strafe." Doch der nächste Spaziergang kommt bestimmt. Jeden Donnerstag (10 Uhr) wird besagte Wasserschlagswiesentour kostenfrei angeboten.