Als Kind sah Rudolf seinem Vater oft über die Schulter, als dieser Ende der 1930er-Jahre seinen Arbeitsplatz als Modell maßstabgetreu nachgestaltete. Aus Kupfer- und Eisenblech entstanden Dampfkessel und -maschine, der Kartoffel-Henzeldämpfer, Quetschen für das Getreide, Gärbottiche für die Maische, Warmwasserboiler, Destillierapparate, Messeinrichtungen und diverse Rohrleitungen. Selbst kleine Nieten, Messinstrumente, Absperrschieber, Wasserhähne und Schilder wurden hergestellt, um der Original-Brennerei sehr nahe zu sein.

"Als einzige Hilfsmittel standen meinem Vater damals eine Bohrmaschine und ein Lötkolben für seine Bastelarbeiten zur Verfügung", so der 80-jährige Rudolf Latarius. "Diese Bohrmaschine halte ich bis heute als Andenken an meinen Vater in Ehren", fügt er stolz hinzu. Mit seinem Modell sorgte Theodor Latarius bei vielen Ausstellungen für Aufsehen. "Von jeder Ausstellung kam mein Vater mit Urkunden und Auszeichnungen nach Hause", erinnert sich Rudolf Latarius.

Auch wenn es die Brennerei in Buckow heute nicht mehr gibt, sind die Erinnerungen an den technischen Gebäudekomplex nicht vergessen. Rudolf Latarius muss nur den Stecker in die Steckdose stecken und schon zeigt die Transmission ihr "bewegtes" Können. Alles dreht und rattert so, wie es Theodor Latarius vor 80 Jahren gebaut hatte.