Im Oktober 2019 haben die Restaurierungsarbeiten im Innenraum der Gutskapelle Reuden begonnen. Mittlerweile befindet sich eine Fachfirma aus Doberlug-Kirchhain auf der Zielgeraden.

„Im Zuge des ersten Bauabschnitts wurde der Altar restauriert. Diese Arbeiten sind abgeschlossen, lediglich an zwei Engelsfiguren, sogenannte Putten, wird noch gearbeitet. Wir gehen davon aus, dass die Maßnahme Ende März beendet ist“, sagt Helga Jochintke vom Calauer Bauamt.

Restaurator sucht weitere Bilder

Unterdessen laufen die Vorbereitungen für den zweiten Bauabschnitt. Dabei soll der so genannte Strahlenkranz wieder hergestellt werden. Dieser befand sich einst über dem Altar der barocken Kapelle. Helga Jochintke: „Um die Anfertigung des neuen Kranzes möglichst detailgetreu werden zu lassen, wurde ein Modell aus Pappe gebaut, das nach einem historischen Foto angefertigt wurde. Allerdings war die Aufnahme nicht so gut, weshalb wir weiterhin auf der Suche nach historischem Bildmaterial sind.“

Dies könne helfen, noch mehr über Größe und Form des Altarschmuckes herauszufinden, um ihn möglichst nah am Original wiederherzustellen. Der Strahlenkranz wurde vermutlich im Zuge der Zerstörung der Gutskapelle im Zweiten Weltkrieg vernichtet.

Bauamt nimmt alle Aufnahmen entgegen

Wer noch alte Aufnahmen des Innenraums der Gutskapelle besitzt, die den Strahlenkranz zeigen, kann sie dem Calauer Bauamt (jochintke@calau.de, Telefon 03541 / 891-476) zur Verfügung stellen. Ziel ist es, dass der Altar künftig mit dem repräsentativen Strahlenkranz seinen krönenden Abschluss erhält. Der Kranz selbst bestand ursprünglich aus filigranem Schnitzwerk, farblich gefasst und belegt mit einem Blattmetall. Diese Ausführung soll wieder entstehen. Eine kleine Herausforderung wird die Montage des Bauteils, was immerhin einen Durchmesser von 1,40 Metern besitzt und in einer Höhe von 4,50 Metern montiert werden soll. Außerdem fehlen noch der Vorhang des Kanzeleingangs und die Beläge auf der Kanzel.

Die Sanierungsarbeiten im ersten Bauabschnitt wurden möglich durch eine Förderung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg in Höhe von 12500 Euro. Das macht etwa 75 Prozent der Gesamtkosten aus. 3400 Euro werden durch den Förderverein Gutskapelle Reuden e.V. aufgebracht, den Rest trägt die Stadt Calau.

Wann der zweite Bauabschnitt der Sanierung (mit Strahlenkranz) beginnen kann, steht derzeit noch nicht fest. Die Finanzierung für die schätzungsweise 15000 Euro teure Maßnahme ist noch offen.