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| 02:32 Uhr

Wer hilft den Helfern?

Noch immer sind die Bilder vom Stromschlag-Unfall an der Bahn vor wenigen Tagen in mir. Ein Vater erzählt, noch ganz unter dem Eindruck des Erlebten stehend, was er gesehen hat.

Der Tod seines 15 Jahre alten Sohnes stellt die Frage: Warum ist das passiert? Aber auch die Frage: Warum, Gott, kannst du das zulassen? Immer wieder fragen Menschen so. Da sind so viele Opfer. Da ist die Not und die Trauer der Angehörigen. Da sind die Familien, die nicht wissen, wie sie mit dem Verlust umgehen sollen.

Aber ich denke auch an die vielen Helfer. Die Polizisten, die Mediziner, die Feuerwehrleute. Sie sehen Schreckliches. Dennoch müssen sie ihre Arbeit tun. Wer aber hilft ihnen, mit dem Gesehenen fertig zu werden? Gerade die Feuerwehrleute tun ihren Dienst ehrenamtlich. Sie müssen immer bereit zur Hilfe sein. Sie übernehmen Verantwortung, wo es kein anderer tut. Wenn es in dem Bibelspruch für diese Woche heißt: "Einer trage des anderen Last, so werdet ihr Christi Gebot erfüllen", so tun sie genau das, wenn auch vielleicht unbewusst. Sie haben die Ausbildung für diese Arbeit. Aber oft tragen sie schwer daran. Was tun wir für sie? Zunächst einmal bin ich dankbar, dass sie da sind. Es ist gut, ihnen das immer wieder einmal zu sagen. Das Zweite ist: Früher mussten alle Einwohner eines Ortes einen Beitrag für die Feuerwehr bezahlen. Und heute? In vielen Orten gibt es einen Förderverein für die Feuerwehr, dem Menschen beitreten können, die selbst nicht aktives Mitglied sind. Hier können wir helfen. Und dann noch ein Drittes: Wir können Gesprächspartner oder zumindest Zuhörer sein für Menschen, die Erlebtes verarbeiten müssen. Einer trage des anderen Last - wenn wir an anderen das tun, was uns möglich ist, erfüllen wir den Anspruch der Gesellschaft an ihre Bürger, aber auch Jesu Auftrag an uns.

Thomas Köhler ist Superintendent des Kirchenkreises Niederlausitz Lübben