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Wenn sich Verkehr und Diskussion im Kreis bewegen

Nicht alle Fragen konnten in Boblitz beantwortet werden.
Nicht alle Fragen konnten in Boblitz beantwortet werden. FOTO: Becker/peb1
Boblitz. Das Thema "Lübbenauer Kreisel" hat für ein volles Haus bei der jüngsten Verkehrsteilnehmerschulung in Boblitz gesorgt. Fast 50 Teilnehmer waren in die Gaststätte gekommen. Peter Becker / peb1

Kurt Jurischka vom Boblitzer Förderverein hatte für die Veranstaltung den ehemaligen Fahrschullehrer Christian Linke gewinnen können. Jeder der fast 50 Anwesenden wollte aus berufenem Mund genau wissen, wie sie sich im Lübbenauer Kreisel richtig verhalten. Christian Linke beruhigte die Gemüter: "Im Kreisverkehr, wie auch immer er bautechnisch in Lübbenau geschaffen sein mag, gilt zu allererst gegenseitige Rücksichtnahme. Niemand hat das Recht, jemanden über den Haufen zu fahren, nur weil der sich vielleicht falsch verhält!" Auf querende Fußgänger und Radfahrer hätten ausfahrende Fahrzeuge als Abbieger besondere Rücksicht zu nehmen und gegebenenfalls anzuhalten. Vorfahrt habe, wer sich im Kreis bewegt, alles andere sei in Paragraf acht geregelt: Der Fahrzeugverkehr sei zu beachten, Fußgänger müssten, wenn nötig, warten, erläuterte Linke. "Und uns fällt allen keine Perle aus der Krone, wenn wir als Fußgänger oder Radfahrer mit einem Lächeln dem anderen den Vorzug gewähren - egal, ob der Vorfahrt hat oder nicht", ergänzte er. Linke mahnte Vorsicht und gegenseitige Rücksichtnahme an. Diese führten eher zum Ziel als Gedrängel und Pochen auf wirkliche oder vermutete Rechte.

Die Teilnehmer der Informationsveranstaltung bewegten noch viele Fragen, die bis ins Detail gingen und letztlich doch nicht die erhofften Antworten einbrachten. Moderator Linke appellierte immer wieder an die Grundregeln im Straßenverkehr: "Fahren Sie mal linksrum in einem mehrspurigen englischen Kreisverkehr - dann wissen Sie, wie ich das mit der gegenseitigen Rücksichtnahme meine." Zustimmendes Gemurmel und weitere Beispiele aus den Weltgroßstädten mit zahlreichen Fahrspuren ohne Spuren machten die Runde. Der ehemalige Fahrlehrer appellierte an die vornehmlich älteren Besucher, sich Zeit zu nehmen und der Jugend ein Vorbild zu sein.

Die Stadt Lübbenau sucht weiter nach Wegen, zumindest eine einheitliche Beschilderung an den Kreisverkehren zu initiieren. Ein entsprechender Antrag ist an die Straßenverkehrsbehörde gerichtet worden.

Zum Thema:
Dem Thema Kreisverkehre widmet sich am kommenden Freitag eine weitere Schulung - diesmal in Kittlitz. Im Rasthof am Spreewalddreieck beginnt die Info-Runde um 18 Uhr. Die nächste Schulung in Boblitz findet am 21. Mai, 19 Uhr, im Boblitzer Hof statt.