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| 18:38 Uhr

"Wenn Laster kommen, wackelt alles"

Viele Lkw und Autos befahren die Landesstraße 54 durch Vetschau. Besonders die Laster, so Anwohner, würden auf der Plattenstraße die Tassen im Schrank zittern lassen.
Viele Lkw und Autos befahren die Landesstraße 54 durch Vetschau. Besonders die Laster, so Anwohner, würden auf der Plattenstraße die Tassen im Schrank zittern lassen. FOTO: H. Kuschy
Vetschau. Laster, die nachts über die Vetschauer Pieckstraße rattern, holen manchen Anwohner aus dem Schlaf. "Da wackelt alles", sagt Bernd Herbrich. Tempo 30 für alle Fahrzeuge funktioniert laut Straßenverkehrsamt nicht, und an einen Ausbau ist nach Aussage des Landesbetriebs Straßenwesen vorläufig nicht zu denken. Hannelore Kuschy

Mitten durch die Stadt verläuft die L 49. In der Urlauber-Hauptsaison führt sie massenhaft Urlauber von der Autobahn nach Burg und wieder heimwärts. Hinzu kommen Laster, die die Pieck- und die Gagarinstraße mit ihren maroden Betonplatten benutzen. "Da wackelt und zittert alles im Haus", sagt Bernd Herbrich. Brigitte Weichert sammelte ähnliche Erfahrungen.

Sein Eindruck sei zudem, so der Anwohner, dass die Lkw die vorgeschriebene Geschwindigkeit fast nie einhielten. Seit dem Jahr 2001, bestätigt Kreissprecherin Marlen Weser, also kurz nach der Umwidmung der Straßen, sei wegen des schlechten Straßenzustandes für Lkw die zulässige Höchstgeschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde herabgesetzt worden. Eine Tempo-30-Zone für alle dürfe auf einer Landesstraße, die überörtlichen Verkehr aufnehme, nicht angeordnet werden. Schließlich handele es sich nicht um eine Wohnstraße. Der Gesetzgeber habe die zulässige Geschwindigkeit innerorts auf 50 km/h festgelegt. Für Abweichungen müsse eine besondere Gefahrensituation vorliegen, so die Sprecherin weiter. Subjektives Empfinden führe ebenfalls nicht weiter.

Die Polizei habe die Pieck- und die Gagarinstraße im Auge, versichert Polizeisprecher Torsten Wendt. "Man muss aber auch wissen, dass dieser Straßenabschnitt kein Unfallschwerpunkt ist und deshalb die Beamten nicht unentwegt vor Ort sein können, um die Einhaltung der vorgeschriebenen Geschwindigkeit zu kontrollieren", so sein Hinweis. In der Streifentätigkeit aber würde die L 54 immer wieder eine Rolle spielen.

Bekannt ist das Problem auch beim Landesbetrieb Straßenwesen in Cottbus, um dessen Straße es sich ja handelt. "Es fehlt ganz einfach die finanzielle Decke", erklärt Dezernatsleiter Steffen Kleiner. In der Prioritätenliste stehe der anderthalb Kilometer lange Abschnitt der Landesstraße deshalb nicht ganz vorn.

Zwei der größten Bauvorhaben des Landesbetriebs Straßenwesen im Norden des Kreises in den bevorstehenden zwei Jahren sind zwei Kreisverkehre, die ausgebaut werden - der fünfarmige in Calau an der Kreuzung Karl-Marx-Straße/Gottschalk-/Altnauer Straße in diesem Jahr und an der Calauer Kreuzung in Vetschau. Hier werden zum Ende 2017 zunächst Bäume gefällt. Auf beide Kreisel wird bereits seit vielen Jahren gewartet.

Zum Thema:
Vor 17 Jahren hatten die Vetschauer Stadtverordneten den Bürgermeister beauftragt, mit dem Landesbetrieb Straßenwesen (damals Brandenburgisches Straßenbauamt) eine Vereinbarung zur Umstufung dreier Straßen abzuschließen. Seither ist die Bahnhofstraße mit einer Länge von 690 Metern kommunale Straße. Der als Hauptstraße markierte Abschnitt Pieck- und Gagarinstraße ist knapp 1500 Meter lang und wurde zur Landesstraße 54. Vorgesehen war, dass das Brandenburgische Straßenbauamt seine neue L 54 schrittweise instand setzt und entsprechend den Verkehrsverhältnissen und nach seinen finanziellen Möglichkeiten planmäßig ausbaut. Schon damals hatte sich die Straße in einem schlechten Zustand befunden, vor allem von der Kreuzung bis hinter Hausnummer 11.