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| 01:04 Uhr

Wenn ein Fußballtrainer kocht und bastelt

Wenn ein Fußballtrainer kocht und bastelt
Wenn ein Fußballtrainer kocht und bastelt FOTO: Foto: R. Hottas
Vetschau.. „Herr Pohle, Herr Pohle . . .“ – die Kleinen in ihren langen Malerkitteln können gar nicht genug kriegen von ihrem Herrn Pohle. Was so ein Mann in einer Kita doch bewegt! Antje Dietz und Jens Pohle betreuen seit dem 15. Juli 2002 über Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen die freien Angebote der Vetschauer Kita „Rappelkiste“ für die Kinder des ganzen Wohngebietes. Sie treiben Sport, kochen, sind kreativ, malen und basteln. Wie wird es in diesem Jahr weitergehen mit ABM/SAM im Amt Vetschau? Damit befasste sich auch der Amtsausschuss in dieser Woche. Von Hannelore Kuschy

Einenfröhlichen Mal- und Bastelnachmittag erleben Kinder aus derVetschauer Neustadt jede Woche in der Kita „Rappelkiste“ . AntjeDietz (r.) und Jens Pohle (2.v.l.) betreuen die Mädchen undJungen seit dem Sommer vergangenen Jahres auf zwei ABM-Stellenund fühlen sich - wie die Kinder selbst - sehr wohl dabei.Achtbzw. zwölf Monate waren Antje Dietz aus Ranzow und Jens Pohle ausWeißag arbeitslos, bevor sie über ABM den Weg zu den VetschauerKindern gefunden haben. Die Ranzowerin ist froh, wieder - wie inihrem Beruf als Lehrerin - mit Kindern zu tun zu haben. Und wernur einen Moment in dem Getümmel steckt, der erkennt auf denersten Blick, wie es auch Jens Pohle den Kleinen angetan hat -und umgekehrt. Die Angebote auch für die Kinder, die nicht dieKita besuchen, wären ohne die beiden nicht leistbar. Über zweiJahre läuft die ABM über die Gesellschaft für Innovation undArbeitsförderung (GIA) mit dem Amt bereits. Am 14. Juli diesesJahres aber wieder aus. Alle Beteiligten hoffen sehr auf eineNeuauflage.
20 Prozent ihrer Arbeitszeit verbringen die beiden ABM-Kräfte imPraktikum in ihrem ursprünglichen Beruf. Antje Dietz freut sichauf ihren Einsatz in der Grundschule Missen, Jens Pohle, dereinst in Trockenbau und Tischlerei in Calau beschäftigt war, wirdauch etwas Passendes finden. Der 27-Jährige ist schon heute einviel beschäftigter Mann - er gehört der Feuerwehr in Weißag anund ist Mitglied des Katastrophenschutzes, war auch beimHochwassereinsatz im vorigen Jahr. Und der Fußball hat\\'s ihmauch angetan, er trainiert die zweite Mannschaft von SV Calau.
Die GIA trägt mit der Hilfe von Bund und Land weitere Projekte inder Region, zum Beispiel die Betreuung im Internetcafè an derVetschauer Gesamtschule, die Alten- und Kinderbetreuung inKemmen. Was jetzt bleibt, ist die Hoffnung, dass auch in der Zeitder Kürzungen von Bundesmitteln Stellen erhalten bleiben. SabineLeh nert, Arbeitsamts-Chefin in Lübbenau, ist optimistisch, dassdie Stellen in der Kita wieder besetzt werden können.
Die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen beschäftigten auch denVetschauer Amtsausschuss in dieser Woche. Nach Informationen vonSabine Leh nert stehen im Arbeitsamtsbezirk Lübbenau in diesemJahr 1,2 Millionen Euro - etwas weniger als 2002 - für solcheMaßnahmen zur Verfügung.
Ungeduldig sind die Gemeinden, was ABM-Stellen im Grünbereichbetrifft. Dieter Weißhahn aus Raddusch, Hans Eckinger aus Laasowund Reinhard Roblick aus Koßwig befürchten, dass mit Beginn derVegetation im April für die Arbeiten in den Gemeinden dieABM-Kräfte noch nicht zur Verfügung stehen. Stünden sie erst imJuni/Juli bereit, würde das nicht mehr viel nützen, so dieBürgermeister einhellig. Die Arbeitsamts-Chefin aber stellteklar, dass niemand wie selbstverständlich davon ausgehen könne,jedes Jahr nach eigenen Wünschen die ABM-Leute gestellt zubekommen. Vieles hänge von der Finanzierung der ABM-Stellen ab.Zurzeit würden alle Anträge geprüft.
Bürgermeister und Amtsdirektor Axel Müller hält es für eine guteSache, dass man sich entschieden habe, den ABM-Einsatz auf dasAmt zu übertragen. So könne man besser Prioritäten setzen, dieKräfte bündeln und die Arbeit in den Gemeinden auchnutzbringender organisieren. In der Zukunft müsse man sichGedanken darüber machen, wie vor allem Grün-Arbeiten in denGemeinden und Stadtteilen verteilt werde. Auf das ehrenamtlicheEngagement müsse man sich wieder besinnen, auch Anlieger hättendurchaus Möglichkeiten und der Bauhof könne mit seiner Technikgroße Flächen in den Gemeinden bearbeiten. EigenständigeGemeinden aber würden dafür finanziell aufkommen müssen, soMüller.