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| 18:17 Uhr

Impfungen
Wenn der Bus zur Praxis wird

Der Präventionsbus der Charité hat drei Räume: ein Wartezimmer (nicht im Bild), einen Vorbereitungsraum mit dem Kühlschrank, in dem die Impfstoffe lagern (im Vordergrund rechts), und ein Arztzimmer. Dort füllt Niklas Weber, Arzt beim Präventionsbus, gerade einen Impfpass aus.  
Der Präventionsbus der Charité hat drei Räume: ein Wartezimmer (nicht im Bild), einen Vorbereitungsraum mit dem Kühlschrank, in dem die Impfstoffe lagern (im Vordergrund rechts), und ein Arztzimmer. Dort füllt Niklas Weber, Arzt beim Präventionsbus, gerade einen Impfpass aus.   FOTO: LR / Liesa Hellmann
Lübbenau. Kleiner Pieks, große Wirkung: Impfcheck bei Lübbenauer Schülern im Präventionsmobil. Von Liesa Hellmann

Vor dem Paul-Fahlisch-Gymnasium in Lübbenau steht in dieser Woche kein neuer Schulbus in ausgefallener Optik, sondern der Präventionsbus der Berliner Charité. Er informiert die Schülerinnen und Schüler rund um die Themen Impfungen und Prävention. Wer will, kann sich auch impfen lassen.

 Impfungen können das ganze Leben vor schweren Infektionskrankheiten schützen. Entscheidend ist, dass nicht nur die erste Impfung, sondern auch die Auffrischungsimpfungen vorgenommen werden. Natürlich muss niemand die Impfdaten selbst im Kopf haben, es genügt, den Impfpass alle Jahre wieder von der Hausärztin kontrollieren zu lassen. Das kommt aber häufig zu kurz. Wer denkt schon beim krankheitsbedingten Arztbesuch daran, das gelbe – oder rote – Heft mitzunehmen?

Die Berliner Charité führt deshalb im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit ein Projekt zur Impfaufklärung für Jugendliche durch. Bis zum Ende des Jahres fährt ein zur mobilen Arztpraxis umgebauter Präventionsbus weiterführende Schulen in ganz Brandenburg an, um einerseits Aufklärungsarbeit zu leisten und andererseits herauszufinden, ob ihr Besuch auch die Impfquote unter Jugendlichen erhöhen kann. Denn die Ärzte und Pflegekräfte im Bus überprüfen nicht nur den Impfstatus, sie können auch vor Ort Standardimpfungen – etwa gegen Mumps, Masern, Röteln oder Tetanus – durchführen. Dabei folgen sie den Impfempfehlungen des Robert-Koch-Instituts. Das alles geschehe „natürlich nur auf freiwilliger Basis“, sagt Niklas Weber, Arzt in Weiterbildung und Teil des Präventionsteams. Die Schülerinnen und Schüler können selbst entscheiden, ob sie ihren Impfstatus überprüfen lassen möchten. Soll auch geimpft werden, muss darüber hinaus bei den Jugendlichen unter 18 Jahren eine Einverständniserklärung der Eltern vorliegen.

Zusätzlich halten die Ärzte in den Klassenstufen neun bis elf eine Doppelstunde zum Thema. Dabei wird unter anderem durchgespielt, wie eine Maserninfektion aussehen würde, wenn niemand geimpft wäre. „Fragen von den Schülern sind ausdrücklich erwünscht“, betont Weber, „hier in Lübbenau sind die Schüler aber auch schon sehr gut über das Thema informiert.“ Andernorts ist das Team vom Präventionsbus vereinzelt auch auf Impfkritiker getroffen. „Wir können nur informieren und aufklären“, sagt der Arzt. Am Paul-Fahlisch-Gymnasium treffe der Präventionsbus aber bei allen Altersklassen auf große Resonanz.

Diesen Eindruck kann Schulleiter Matthias Lösche bestätigen. Er freut sich, dass der Präventionsbus Halt an seiner Schule macht, denn: „Mir ist das Thema Impfungen sehr wichtig. Die Schüler werden von den Experten für das Thema sensibilisiert und können sich selbst ein Bild machen.“ Lösche hofft, dass das Projekt auch die eine oder andere Diskussion unter den Gymnasiasten auslöst. Er selbst möchte, wie auch viele Lehrerinnen, mit seinem Impfpass auch noch im Präventionsbus vorbeischauen.

Der Präventionsbus macht diese Woche Station am Paul-Fahlisch-Gymnasium in Lübbenau und informiert rund ums Thema Impfungen.
Der Präventionsbus macht diese Woche Station am Paul-Fahlisch-Gymnasium in Lübbenau und informiert rund ums Thema Impfungen. FOTO: LR / Rüdiger Hofmann