| 17:23 Uhr

Kunst auf dem Dorf
Weihnachtsmarkt-Premiere in Raddusch erfolgreich

Beim 1. Radduscher Weihnachtskunstmarkt boten Künstler ihre Werke an, der Vetschauer Gemischte Chor trat auf sowie der Weihnachtsmann. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Cartouche Noir.
Beim 1. Radduscher Weihnachtskunstmarkt boten Künstler ihre Werke an, der Vetschauer Gemischte Chor trat auf sowie der Weihnachtsmann. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Cartouche Noir. FOTO: Peter Becker
Raddusch. Ein kleines Missgeschick zu Beginn tat der Veranstaltung keinen Abbruch.

Wie es sich für eine Premiere gehört, muss erst mal vorher etwas schiefgehen. Das gut gemeinte Sommerpartyzelt zum Unterstehen war dann dem Schnellfall des Vorabends nicht gewachsen. Die wenigen Zentimeter haben ausgereicht, um es in Schrott zu verwandeln. In Wind und Kälte blieb trotzdem keiner der über einhundert Besucher stehen.

Die beiden Räume der Kunstscheune waren mit Heizstrahlern, die der Stradower Frank Wunderlich besorgt hatte, einigermaßen temperiert, im Hof vor der Scheune loderten Feuerschalen. In deren Glut buken Kinder wie Omas und Opas mit Leidenschaft Stockkuchen – für die ersteren manchmal ein neues Erlebnis, für die letzteren eine angenehme Erinnerung.

Katrin Küster von der Alten Backstube, zu der die Kunstscheune gehört, hatte für die Kleinen Bastelmaterial besorgt. Unter Anleitung von Isabell Werban entstanden erste eigene kleine Kunstwerke. Unterstützung bekam sie von Detlef Haberland und Maik Liebig: Die beiden Trainer vom Kinderfußball  nutzten die Gelegenheit und beschenkten ihre Fußballer mit kleinen Aufmerksamkeiten, die vom Radduscher Sportverein gesponsert wurden.

Als ob es nicht schon genug Geschenke gegeben hätte, erschien  noch der Weihnachtsmann. Colin Hantow (10) aus Ogrosen überraschte den Weihnachtsmann (Florian Müller) mit einem gerappten Text.Der vierjährige Johannes Küster überraschte den Bärtigen mit einem in Wendisch vorgetragenen Gedicht, das er in der Witaj-Gruppe der Radduscher Kita gelernt hatte. Der Weihnachtsmann griff tief in den Geschenkesack.

Zum Abschluss erschien noch fast komplett der Vetschauer Gemischte Chor Melodia. Zwischenzeitlich unterhielt das Radduscher Popduo Cartouche Noir (Frank und Petra Leprich) Kinder, Gäste und auch die lange ausharrenden Künstler. Petra Gwosch, Dietrich Lusici, Malgorzata Suwalski, Kathrin Hövekamp und Simone Berndt gaben Einblicke in ihr Schaffen. Petra Gwosch: „Dass ich nichts außer Postkarten verkauft habe, spielt keine Rolle. Für meine Malerei ist die Scheune mein Geburtsort‘“. Anderen Künstlern mag es ähnlich ergangen sein, allein die Präsenz war wichtig, um Kunst zu präsentieren und in Raddusch zu etablieren. Das zarte Pflänzchen ist gepflanzt, nicht zuletzt durch Leute wie dem Vereinsvorsitzenden Matthias Nevoigt, der zahlreiche Kontakte knüpfen konnte. Besucher Dietmar Kuhring aus Boblitz war beeindruckt: „Erstaunlich, was der kleine Ort an großer Kunst beheimatet! Jetzt, wo ich mehr Zeit habe, könnte ich mir gut vorstellen, hier mitzuarbeiten“, so der pensionierte Calauer Schulleiter.

Neben dem Kunstmarkt lockte wohl auch der neuerschienene Bildband zum Brandenburger Dorf- und Erntefest viele Radduscher auf das Gelände. Fast alle haben eins oder mehrere Bücher gekauft, weil fast alle damals so ins Festgeschehen eingebunden waren, dass sie kaum mitbekommen haben, was im Dorf alles lief. Stephanie Buchan, Vorsitzende des örtlichen Heimat- und Trachtenvereins: „Auf jeden Fall interessant zu sehen, was Raddusch an diesem Wochenende auf die Beine gestellt hat und wie viele unterschiedliche Bilder zusammengekommen sind.

Den Bildband gibt es in der Alten Backstube in Raddusch zu den üblichen Geschäftszeiten zu kaufen.

Weitere Fotos unter:

www.lr-online.de