| 16:46 Uhr

Weiberfastnacht
„Wehe, wenn sie einmal losgelassen werden!“

Wenn kein Mann in der Nähe ist, schnappt sich Jenny Goin von der Funkengarde des LKC auch schon mal ein Straßenschild zum Tanzen.
Wenn kein Mann in der Nähe ist, schnappt sich Jenny Goin von der Funkengarde des LKC auch schon mal ein Straßenschild zum Tanzen. FOTO: Jenny Theiler / LR
Lübbenau. Zur Weiberfastnacht ergreifen die ‚närrischen Weiber’ des Lübbenauer Karneval Clubs wieder die Macht im Spreewald.

Flotte Bienen, verrückte Hühner und charmante Marienkäfer flattern am Donnerstagvormittag durch die Lübbenauer Altstadt. Mit fröhlicher Musik und guter Laune ziehen die weiblichen Mitglieder des Lübbenauer Karneval Clubs als bunt kostümierte ‚närrische Weiber’ in Richtung Rathaus. Ziel der bunten Truppe ist es auch in diesem Jahr, das Büro von Bürgermeister Helmut Wenzel zu stürmen, denn auch im Spreewald regieren zur Karnevalszeit die Frauen für einen Tag lang zur Weiberfastnacht.

Betty Schulz waltet ihres Amtes. Kein Schlips ist vor der Schere der Präsidentin der närrischen Weiber sicher. So eben seiner Macht beraubt, lädt Bürgermeister Helmut Wenzel die 14 Närrinnen trotzdem zu einem Glas Sekt ein. „Es ist in jedem Jahr ein toller kultureller Höhepunkt und ich halte es für wichtig, die Traditionen im Spreewald zu pflegen“, erklärt der Bürgermeister.

„Wehe, wenn sie einmal losgelassen werden“, lautet das Motto der Büttenrede. Für den unterhaltsamen Teil ist Peter Brandt aus der Abteilung Stadtentwicklung zuständig, der eine originelle Rede zur Karnevalssitzung im Rathaus beisteuert. „Im nächsten Leben werde ich auch eine Frau“, scherzt der Rathausmitarbeiter. Die ausgelassene Stimmung steckt alle Abteilungen an. Anstandslos lassen sich die Herren den Schlips abschneiden, um dafür ein Bützchen – ein Küsschen auf die Wange – zu kassieren.

Eine so positive Stimmung zur fünften Jahreszeit hat es in Lübbenau einige Jahre nicht gegeben, wie Luise Jank zugibt. „Es gab Zeiten, da wurden wir zur Weiberfastnacht mit Wassereimern vertrieben“, erinnert sich die Trainerin der Funkengarde. Mittlerweile sei der Karneval aber auch wieder in Lübbenau angekommen, denn der LKC hat trotz aller Freude am Feiern noch immer hohe Ansprüche an ein originelles und gehaltvolles Karnevalsprogramm. „Wir würden auch für zwei Leute das gleiche Programm machen wie für ein Hundert-Mann-Publikum“, verspricht die 28-Jährige. Zum Tulpensonntag am 11. Februar unterstützt der LKC den Zug der fröhlichen Leute in der Cottbuser Innenstadt.

(the)