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| 02:32 Uhr

Weg zu Leiper Gasthaus gesperrt

Gäste bekommen an der Dubkow-Mühle in Leipe diese Erklärung zu lesen.
Gäste bekommen an der Dubkow-Mühle in Leipe diese Erklärung zu lesen. FOTO: Preikschat
Leipe. Die Dubkow-Mühle in Leipe hat ein Restaurant, 40 Betten, 15 Mitarbeiter und viele Besucheranfragen. Dennoch ist es derzeit ein Gasthaus ohne Gäste. Ein Dilemma, das aus Sicht der Inhaberin hätte verhindert werden können. Daniel Preikschat

Normalerweise freut sich Ilona Konzack über Anrufe wie am Dienstag. Ein Stammgast aus Halle hatte sich entschieden, kurzfristig mit seiner Frau ein Zimmer zu nehmen in der Dubkow-Mühle. Ein zweiter Anrufer wollte 18 Paddler zum Essen anmelden, ein dritter 20 Radler, die sich schon auf Plinse freuen. Ihnen allen musste die Mühlen-Wirtin absagen. Die Begründung steht nachzulesen auf Plakaten, die am Gasthaus-Eingang und am Parkplatz angebracht wurden: Gern hätte man geöffnet, doch die Straße ist vom 4. bis 14. Oktober gesperrt. Beschwerden nehme das Landratsamt entgegen.

Ärgerlich für die Gäste, für Ilona Konzack und ihr Team mehr als das. Der gastronomische Betrieb müsse herbe Einbußen hinnehmen, erklärt die Spreewälderin. 25 000 bis 30 000 Euro, hat sie ausgerechnet, gingen ihr verloren, weil das Restaurant geschlossen ist. Der Einnahmeverlust durch nicht belegte Gästebetten sei ähnlich hoch. Ihre Kollegen hat Ilona Konzack nach Hause geschickt. Dabei hatte sie gerade ein Beschäftigungsmodell eingeführt, das ihren Vollbeschäftigung sicherte: Kein Urlaub und Überstunden in der Saison, dafür Tage abbummeln von Anfang November bis Ende März.

Bei der genannten Straße handelt es sich um die Ortsverbindung zwischen Burg-Kolonie und Leipe. Der Landkreis lässt sie derzeit sanieren. Deshalb ist Leipe vom 1. bis 14. Oktober nur über die Waldschlösschenstraße zwischen Burg-Kauper und Leipe zu erreichen - wenn auch verbunden mit Wartezeit an den Ampeln für die schmale Straße. Die abgelegene Dubkow-Mühle jedoch ist mit dem Auto nur über die Kreisstraße zu erreichen.

Lösungsvorschläge abgelehnt

Auch Ilona Konzack ist klar: Wird die Straße ausgebaut, muss sie vorübergehend voll gesperrt werden. Aber warum schon in den ersten beiden Oktoberwochen, wenn zum Ende der Saison noch viele Gäste kommen, fragt sie sich. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen sind Herbstferien. Gerade aus Sachsen kämen in den zwei Wochen noch viele Besucher in den Spreewald - und in die Dubkow-Mühle.

Der Landkreis jedoch, so Ilona Konzack, wollte den Ausbaubeginn nicht auf Anfang November verschieben. Weil dann schon Frostgrade erreicht werden könnten, habe man ihr mitgeteilt.

Auch ein zweiter Lösungsvorschlag, den die Gasthaus-Inhaberin dem Landkreis gemacht hat, wurde abgelehnt. Nämlich zunächst nur ein Teilstück der Kreisstraße bis zur Mühle zu sanieren, damit sie erreichbar bleibt. Dazu hieß es aus dem Landratsamt, dass sich für die Bewohner von Leipe dann die Bauzeit verlängern würde. Außerdem stiegen die Baukosten. Das mache schon der Fördermittelgeber nicht mit.

Feldweg für Gäste unzumutbar

Auch auf RUNDSCHAU-Nachfrage argumentiert der Landkreis so. Mit Rücksicht auf die Tourismusanbieter in Leipe, heißt es aus der Pressestelle weiter, sei der Straßenausbau vor die Ferien in Brandenburg gelegt worden. Die Dubkow-Mühle sei während der Sanierung von der Radduscher Buschmühle zugänglich.

Dieser unbefestigte Feldweg jedoch sei Gästen nicht zumutbar, sagt Ilona Konzack. Vom Parkplatz, der extra angelegt werden müsste, hätten sie außerdem noch ein gutes Stück Fußweg vor sich bis zur Mühle. Nur für sie selbst und ihre Familie sei dieser Weg eine Notlösung, um das Gasthaus überhaupt noch verlassen und wieder erreichen zu können. Die Leiperin spricht von Behördenwillkür. Das Wohl des Tourismus sei dem Landkreis offenbar eben nicht wichtig. Sonst ginge man mit ihr nicht so um.