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| 15:32 Uhr

Aufgrund von Trockenheit und hohen Temperaturen
Wasserverbrauch auf Rekord-Niveau

Wasser marsch! Anhaltende Trockenheit und hohe Temperaturen haben auch in der Region den Wasserverbrauch in die Höhe schnellen lassen. Gerade für die Gartenbewässerung wurde viel Nass benötigt.
Wasser marsch! Anhaltende Trockenheit und hohe Temperaturen haben auch in der Region den Wasserverbrauch in die Höhe schnellen lassen. Gerade für die Gartenbewässerung wurde viel Nass benötigt. FOTO: dpa / Peter Steffen
Calau. Im Verbandsgebiet des WAC floss so viel Trinkwasser wie seit Jahren nicht mehr. Von Daniel Preikschat

Aus rein kaufmännischer Sicht ist die Bilanz des Wasser- und Abwasserzweckverbandes (WAC) für die Sommermonate erfreulich: Von Mai bis Juli wurden zwischen Altdöbern und Lübbenau zehn bis 20 Prozent mehr Trinkwasser verkauft als im Durchschnitt der Vorjahre. Besonders rage hier der Mai heraus, so Verbandsvorsteher Steffen Müller. Seit 15 Jahren war der Verbrauch in diesem Monat nicht mehr so hoch gewesen. Im Juli flossen zuletzt vor acht Jahren, im Juni vor sieben Jahren vergleichbar hohe Mengen durch die Leitungen. Mit dem August dürfte es sich ähnlich verhalten. Für das ganze Jahr 2018 rechnet Müller mit rund
100 000 Kubikmeter mehr Verbrauch als im Durchschnitt. Vor allem in Gärten und Duschen wurde wohl der Hahn häufiger aufgedreht. Man müsse weit zurückschauen, bis ins Jahr 2003, um ein Jahr mit ähnlich hohem Trinkwasserverbrauch zu entdecken.

Im WAC-Gebiet zahlt der Verbraucher einen vergleichsweise sehr moderaten Mengenpreis von 80 Cent für den Kubikmeter Trinkwasser. Die Mehreinnahmen, erklärt Michael Thomas, Fachbereichsleiter der kaufmännischen Verwaltung und Steffen Müllers Stellvertreter, investiere der Verband sogleich im Sinne des Bürgers, beispielsweise in neue Leitungen. „Wir sind kein gewinnorientiertes Unternehmen.“ Sollte der Verbrauch auch in den kommenden Jahren aufgrund der Wetterlage so hoch sein, könnte auch der Preis aufgrund beständig höherer Einnahmen neu kalkuliert und gesenkt werden.

Den WAC, versichert Verbandsvorsteher Steffen Müller, hat der Spitzenbedarf zu keiner Zeit in Verlegenheit gebracht. „Wir haben ohne Probleme geliefert. Die Situation war jederzeit beherrschbar.“ Der Grundwasserspiegel habe sich in den vier Monaten im normalen Rahmen bewegt, das Leitungssystem trotz höherer hydraulischer Belastung gut funktioniert. Es gab keine hitzebedingten Rohrbrüche, keine Beschwerden. Selbst wenn es im September weiterhin über Wochen heiß und trocken werden sollte, wäre das kein Grund zur Sorge.

36 000 Einwohner immerhin versorgt der WAC seit Jahren konstant. Ebenfalls konstant sei deren Verbrauch, so Michael Thomas. Die Sommerferienzeit habe sich seiner Einschätzung nach kaum ausgewirkt auf die Zahl der Verbraucher. Zwar mögen viele Einwohner verreist gewesen sein. Gerade in Lübbenau hielten sich in dem Zeitraum aber auch viele Spreewaldbesucher auf. Die Landwirtschaft indes, mit Abstand größter Wasserverbraucher in der Region, werde nicht vom WAC versorgt. Das Nass für die Felder kommt aus Brunnen oder es regnet nieder.

Oder auch nicht. Niederschläge gab es seit Monaten kaum. So günstig sich das bei den Einnahmen eines Wasserverbands auswirken mag – „in der Gesamtbetrachtung, wenn man sich die Natur ansieht, kann sich niemand freuen über so einen Sommer“, sagt Steffen Müller.

Rekordverbräuche konnte in diesem Sommer auch die Lausitzer Wasser GmbH (LWG) in Cottbus verbuchen. Im Juli, teilte eine Unternehmenssprecherin mit, konnte die LWG gut 100 000 Kubikmeter mehr Trinkwasser ins Leitungsnetz einspeisen als im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre. Wobei auch in Cottbus der Bezug von ausreichend Rohwasser nie gefährdet war. Der Tagesrekord in Cottbus wurde am 4. Juli erreicht. Anders beim WAC. Hier wiesen der 31. Juli und der 1. August Rekordverbräuche auf.

ARCHIV - 27.03.2018, Bayern, München: Wasser läuft aus einem Wasserhahn in ein Glas. Die Trinkwasserversorgung hat während der langen Trockenperiode in Deutschland bis auf wenige Ausnahmen wie gewohnt funktioniert. (zu dpa "Stadtwerke: Trinkwasser floss trotz Dürre meist reibungslos" vom 23.08.2018) Foto: Lino Mirgeler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
ARCHIV - 27.03.2018, Bayern, München: Wasser läuft aus einem Wasserhahn in ein Glas. Die Trinkwasserversorgung hat während der langen Trockenperiode in Deutschland bis auf wenige Ausnahmen wie gewohnt funktioniert. (zu dpa "Stadtwerke: Trinkwasser floss trotz Dürre meist reibungslos" vom 23.08.2018) Foto: Lino Mirgeler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ FOTO: dpa / Lino Mirgeler