ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:32 Uhr

Wassermassen verderben Jubiläum in Groß Beuchow

Nichts geht mehr: Kurz nach der gemeinsamen Erwärmung auf dem Sportplatz in Groß Beuchow bleibt am Mittwochvormittag nur noch die Flucht unter den Regenschirm oder in die Turnhalle.
Nichts geht mehr: Kurz nach der gemeinsamen Erwärmung auf dem Sportplatz in Groß Beuchow bleibt am Mittwochvormittag nur noch die Flucht unter den Regenschirm oder in die Turnhalle. FOTO: Jan Augustin
Groß Beuchow. Die 25. Auflage sollte eines der größten Sport- und Spielfeste für Menschen mit Behinderungen werden. Doch dann öffnete Petrus seine Regenpforten über Groß Beuchow. Die Wassermassen ließen eine Austragung nicht zu. Jan Augustin

Da helfen auch die gut gemeinten Aufmunterungsversuche der Veranstalter nicht weiter. "Es regnet doch gar nicht - die Sonne weint nur", schallt es aus den Lautsprecherboxen. Und der Landrat des Oberspreewald-Lausitz-Kreises, Siegurd Heinze (parteilos), wünscht allen Beteiligten einen schönen Tag: "Das Wetter kann nur besser werden", flunkert er. Auf die Stufe mit der gerade laufenden Fußball-Europameisterschaft und den Olympischen Sommerspielen hebt gar Lübbenaus Bürgermeister Helmut Wenzel (parteilos) die Veranstaltung, die gleich nach der gemeinsamen Erwärmung mit 450 Teilnehmern und 150 Betreuern beginnen soll. Doch dann schüttet Petrus am Mittwochvormittag ganze Badewannen voll mit Wasser auf den Sportplatz in Groß Beuchow. Das 25. Sport- und Spielfest für Menschen mit Behinderungen im Landkreis Oberspreewald-Lausitz fällt aus. Eine Austragung des großen Jubiläumsfestes ist einfach nicht zumutbar.

Cheforganisator Jürgen Bahro von der SG Groß Beuchow lässt sich seine Enttäuschung nicht anmerken. Freundlich und mit einem Lächeln auf den Lippen dirigiert er weiter. Schließlich sollen wenigstens die Disco in der Turnhalle und die geplanten Kutschfahrten stattfinden.

Der 53-jährige Jürgen Bahro ist der Initiator des Sport- und Spielfestes. Auf die Idee gekommen war Bahro schon zu DDR-Zeiten, als er sich im "Westfernsehen" eine Sendung über die Aktion Sorgenkind anschaute. Nach der Wende will der Groß Beuchower eine ähnlich ausgerichtete Veranstaltung in seinem Dorf organisieren. 70 Menschen mit Behinderung machen damals mit. Er holt sich Hilfe bei Grit Klug, der heutigen 1. Beigeordneten des Landkreises, und so ist schnell auch der Kreissportbund OSL mit im Boot. 1994 sind dann erstmals 300 Menschen aus 18 Behinderteneinrichtungen dabei. Die Teilnehmer kommen aus Lübbenau, Vetschau, Großkmehlen, Großräschen und Senftenberg.

Dass nun ausgerechnet die Jubiläumsveranstaltung ins Wasser fällt, nimmt Jürgen Bahro wie ein Sportsmann: "Für das Wetter kann man nichts." Leid tut es ihm um die vielen Teilnehmer und die Helfer vom Lübbenauer Gymnasium, von der Arbeiterwohlfahrt und der freiwilligen Feuerwehr, die sich extra einen Urlaubstag genommen haben.