Zu den WAC-Kunden, die Kritik an der Preisentwicklung üben, gehört Joachim Kunowsky. "Wer Wasser spart, wird bestraft", sagt er aus Erfahrung. "Es ist nicht sozial, dass Leute mit geringem Einkommen und geringem Wasserverbrauch auch hohe Grundgebühren zahlen müssen. "Es gibt Zwei-Personen-Haushalte, die verbrauchen 200 Kubikmeter Wasser im Jahr und dann das andere Extrem mit weniger als zehn Kubikmetern für vier Personen", sagt Klaus Wecker, Verbandsvorsteher des WAC. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) gehe von einem Durchschnittswert von 30 Kubikmetern aus. Das würden am Tag rund 82 Liter Wasser und Abwasser bedeuten. "Wenn dieser Wert bei 61 Litern am Tag liegt, dann sagen Fachleute, dass das bedenklich wird für die Netzbetreibung", so Wecke. Die Fixkosten machen nach seinen Angaben 70 bis 80 Prozent der gesamten Kosten aus. Diese seien unabhängig von der Wassermenge, die abgenommen werde. Während der WAC 1994 noch 2,873 Millionen Kubikmeter Trinkwasser verkaufte, waren es 2008 nach Angaben des Verbands nur noch 2,146 Millionen. "Die Vorhaltekosten müssen dennoch abgedeckt werden", betont der Verbandsvorsteher. Zu den Faktoren, die die zukünftige Entwicklung der Preise und Gebühren beeinflussen, gehören die Bevölkerungs- und Gewerbeentwicklung, Personalkosten, Rohstoff- und Materialpreise, Energie, Gas und Fernwärme. "Auch die Forderungen des Gesetzgebers, beispielsweise die Klärschlamm- und die Trinkwasserverordnung, aber auch die Entwicklung bei der Fördermittelvergabe gehören dazu", sagt Klaus Wecke. Die Verbandsversammlung, in der Abgeordnete und Bürgermeister die zum Verband gehörenden Kommunen vertreten, hatte 2008 die Erhöhung der Grundpreise für 2009 beschlossen. "Es war ein zähes Ringen, ob wir das tun", sagt Wecke. In der Sparte Trinkwasser habe es hohe Verluste gegeben. Die Grundgebühren für Abwasser seien seit 2005 stabil geblieben.