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Wasser ist nicht alles ...

Lübbenau.. Vor zehn Jahren, am 1. Juli 1993, hat der Wasser- und Abwasserzweckverband Calau (WAC) seine wirtschaftlich selbstständige Arbeit aufgenommen, Anlass für den Verband, gestern im Lübbenauer Rathaus mit Kunden, Kommunalpolitikern und Verbandsmitgliedern zu feiern. Von Ingrid Hoberg

„Wasser ist nicht alles, aber ohne Wasser ist alles nichts!“ , stellte Heinz-Joachim Ungerechts, Vorsitzender der Verbandsversammlung des WAC zur Eröffnung des Jubiläumsempfangs fest. „Zehn Jahre WAC bedeuten harte Jahre des Aufbaus“ , so Ungerechts. Doch es sei gelungen, die Gebühren über acht Jahre stabil zu halten und ein Lebensmittel in höchster und ständig überprüfter Qualität dem Kunden zu liefern.
Verbandsvorsteher Klaus Wecke zog eine erfolgreiche Bilanz der zehn Jahre: Bei der Gründung hatte der WAC 26 Mitglieder, inzwischen sind es 42 in der Trinkwasserversorgung und 41 bei der Schmutzwasserbeseitigung geworden. Rund 13 Millionen Euro wurden für die Trinkwasserversorgung und rund 24,5 Millionen Euro im Schmutzwasserbereich aufgebracht. Mit Fördermitteln von insgesamt 6,7 Millionen Euro wurden die Investitionen des Verbandes vom Land unterstützt. Die Kläranlage in Altdöbern sei eine „kleine, aber feine Anlage“ . Der Neubau der Kläranlage Lübbenau beschäftigt den Verband seit 1995. „Da könnte man einen Erlebnisbericht schreiben!“ , meinte Wecke. Noch in diesem Jahr soll die Maßnahme abgeschlossen werden. Dann steht der Neubau für die 1979 gebaute Kläranlage in Calau im Investitionsprogramm.
„Quo vadis WAC?“ , fragte Wecke. Der Verband musste bereits hinnehmen, dass er 6000 Abnehmer weniger hat. Es werden künftig auch weniger Subventionsmittel zur Verfügung stehen - ein schwieriger Weg. Dennoch seien zufriedene Kunden, moderate Preise und Gebühren sowie eine qualitätsgerechte Trinkwasserversorgung und ordnungsgemäße Schmutzwasserentsorgung das Ziel.
Klaus Wecke dankte Begleitern der vergangenen zehn Jahre für ihr Mitwirken, ihre Unterstützung, ihre kritische Auseinandersetzung. Doch einen Mann hob er besonders hervor: Bodo Wunderlich. In der Person seines langjährigen Stellvertreters hatte er einen Kaufmann mit technischem Sachverstand gefunden - der nun leider schon in den Ruhestand gegangen sei.
Eine erfolgreiche Verbandspolitik bestätigte auch Landrat Holger Bartsch dem WAC. „Es war eine kluge und zukunftsweisende Entscheidung, in kommunaler Gemeinschaftsarbeit die vorher staatliche Wasserver- und Entsorgung zu übernehmen.“ Damals seien die Voraussetzungen geschaffen worden für wirtschaftlich vernünftiges Agieren. „Der Landkreis Oberspreewald-Lausitz hat als einziger Kreis im Land Brandenburg keine Sorgen mit den Wasser- und Abwasserverbänden“ , stellte Bartsch fest. Und mit dem neuen Abwasserbeseitigungskonzept habe der WAC bereits auf den Bevölkerungsrückgang reagiert, der ja ebenso Rückgang beim Wasserverbrauch bedeute.
„Künftig muss sich auch der WAC mit den europäischen Rahmenbedingungen auseinandersetzen“ , meinte Umweltstaatssekretär Friedhelm Schmitz-Jersch. Die Trinkwasserversorgung werde in Zukunft von der Abwasserentsorgung abhängig sein. Seit 1990 seien bereits messbare Fortschritte beim Gewässerschutz erreicht worden. So sei auch beim WAC der Anschluss an die Abwasserentsorgung von 60 Prozent im Jahr 1993 auf 71 Prozent 2002 erhöht worden. Klaus Wecke gab dem Staatssekretär und Werner-Siegwart Schippel als Landtagsabgeordneten mit auf den Weg, dass Gesetze gemacht werden sollten, die den Verbänden eine Kompensierung des Subventionsabbaus erlaubten.
Beim Büfett zum Jubiläum gab es eine Wasserbar - angestoßen wurde allerdings mit Sekt.