Der Tourismusverband Spreewald macht darauf aufmerksam, dass das Paddeln und Kahnfahren im Kerngebiet des Spreewaldes derzeit kaum beeinträchtigt ist. Zwar habe das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz aufgrund der Niedrigwasserlage am Montag Phase 3 des Konzeptes zur Wasserbewirtschaftung eingeleitet. Vereinzelt sind daraufhin Schleusen im Spreewald geschlossen worden, damit noch genug Wasser in die Hauptspree fließen kann. Aktuell, so die Leiterin des Tourismusverbandes Spreewald Annette Ernst, seien das aber nur sehr wenige. Außerdem würden sie abseits der bekannten Spreewaldstädte und -orte wie Lübben, Burg, Schlepzig, Lübbenau, Lehde und Leipe liegen. Keine Auswirkungen für das Paddeln und Kahnfahren habe auch, dass der Wasserstand des Nordumfluters in einigen Bereichen abgesenkt wurde. Wie Annette Ernst weiter betont, seien solche Maßnahmen nicht neu und überraschend. Konzepte zum Hoch- und Niedrigwasser wurden in verschiedenen Gremien im Spreewald vorgestellt.

Die Lage Burg und Lübbenau

Dennoch seien aktuell Spreewaldbesucher verunsichert, sagt Thomas Petsching, Hafenmeister im Bootshaus Leineweber in Burg. „Von 100 Anrufern fragen die Hälfte, ob sie überhaupt noch im Spreewald paddeln können. Ich kann sie wirklich beruhigen – auch wenn ein paar Fließe gesperrt sind, gibt es viele Paddeltouren, die wir unseren Gästen empfehlen können.“ Auch Steffen Franke vom Großen Spreewaldhafen in Lübbenau sieht das Kahnfährgeschäft nicht beeinträchtigt.
„Wir haben hier im Spreewald ein so weit verzweigtes Fließgewässer, das sich über Tausende von Kilometern erstreckt. Unsere Kahnfährleute kennen so viele Strecken, sodass wir bisher noch jeder Besuchergruppe eine beein-druckende Kahntour bieten konnten. Auch wenn das Staken im Niedrigwasser etwas mehr Kraft koste, da man mit mehr Schlamm zu kämpfen hat – „wir kommen immer an und sind noch nie trockengefallen.“

Paddler und Kahnfährleute passen sich Situation an

Damit das Kahnfahren und Paddeln weiterhin möglich ist, gebe es jedoch einiges zu beachten, so Annette Ernst. „Alle Paddler werden aufgefordert, die Schleusen nicht zu benutzen, sondern ihre Boote um die Schleusen herumzutragen oder die Bootrollen zu nutzen, wo es sie gibt.“ Die Kahnfährleute, die um das Schleusen nicht herum kommen, würden nun verstärkt darauf achten, dass sie nur mit mehreren Kähnen gemeinsam eine Schleuse benutzen.“
Beobachtungen der Spreewälder Kahnfährmänner zeigen, so Ernst, dass im Normalfall von 100 Schleusenvorgängen 90 für nur ein bis vier Paddelboote durchgeführt werden. Der Wasserverlust bei fast hundert Schleusungen sei dadurch immens.