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| 02:32 Uhr

Wasser-Gefahren im Lichtenauer See

Lübbenau. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) muss Wasser aus dem Lichtenauer See bei Lübbenau abpumpen. Grund sind anhaltend hohe Pegelstände und so genannte Staulamellen. Bei Lübbenauern löst das arge Befürchtungen aus. Jan Gloßmann

Gefahr in Verzug, Wasser marsch: Bergbausanierer LMBV lässt Pumpen am Lichtenauer See im Dauerbetrieb laufen - das Wasser schwappt seit gut zwei Jahren regelmäßig über die berechneten Höchststände für den See und sorgt für die Gefahr von "Geländebruch". Der Pumpbetrieb aber zieht Argwohn und Skepsis von Lübbenauern nach sich. Vertreter der Bürgerinitiative zu den Wasserproblemen sagen, das abgepumpte Nass setzte Keller in der Lübbenauer Neustadt zusätzlich unter Wasser. Denn es fließt über den Beuchower Graben in die Zerkwitzer Kahnfahrt, deren Pegel den in der Nähe Wohnenden immer wieder ein Dorn im Auge ist. "Die wird hochgepumpt, und unsere Keller sind zusätzlich feucht."

Aus Sicht der LMBV besteht jedoch kein Zusammenhang. "Nasse" Keller in Lübbenau, so heißt es, seien schon vor der Einleitung von Restseewasser in den Beuchower Westgraben aufgetreten. Zu den Problemen gebe es ein Bewirtschaftungskonzept, das in Zusammenarbeit mit der Stadt, verschiedenen Behörden und dem Wasser- und Bodenverband aktualisiert und schrittweise umgesetzt werde.

Der Sanierer sucht zudem Befürchtungen zu entkräften, das saure Wasser aus dem Lichtenauer See könne Einfluss haben auf die Qualität des Wassers und auf Pflanzen und Tiere hinter dem Beuchower Graben. "Der pH-Wert liegt mit 7 bis 7,5 innerhalb der zulässigen Grenzwerte", erläutert LMBV-Sprecher Dr. Uwe Steinhuber. Dem diente auch der Einsatz des Sanierungsschiffes; aber auch dieses kann nur fahren, wenn der Wasserstand nicht zu hoch ist.

Das Pumpen sei eine "temporäre Maßnahme zur Gefahrenabwehr". Gleichzeitig arbeite das Unternehmen an Lösungen, die den Pumpbetrieb überflüssig machen, aber die Ablauf-Effekte sichern - ein Zurück zur natürlichen Vorflut. Denn das führt letztlich dorthin, wo sich die LMBV bei allem, was sie tut, sieht: der Wiederherstellung vorbergbaulicher Verhältnisse. Daher handele es sich bei der Ableitung von Wasser aus dem Lichtenauer See über den Beuchower Westgraben nicht um zusätzliches Wasser. Die LMBV rechne mit weiteren Sanierungsaufwand an der Innenkippe - und dabei müsse das bereits sanierte Terrain sicher nutzbar sein.

Zum Thema:
Der Lichtenauer See ist das Restloch F, ein Teilgebiet des früheren Tagebaus Schlabendorf Nord. Der See entstand nach Angaben der LMBV ausschließlich durch den Grundwasser-Wiederanstieg sowie Oberflächenwasser, vornehmlich Regen. Seit 2011 ist der See über den Beuchower Westgraben an die Vorflut angeschlossen - so sollte auf natürlichem Weg überschüssiges Wasser aus dem See und der Tornower Niederung in Richtung Spree abfließen.

Vertreter der Lübbenauer Bürgerinitiative am Pumpwerk am Lichtenauer See nahe Groß Beuchow.
Vertreter der Lübbenauer Bürgerinitiative am Pumpwerk am Lichtenauer See nahe Groß Beuchow. FOTO: Jan Gloßmann