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Wasser-Experte kritisiert Art der LMBV

Calau. Kritik am Vorhaben Südgraben und der Art und Weise, wie die LMBV bei dieser Maßnahme verfährt, übt Hans-Joachim Emmrich aus Buchwäldchen. Der Fachingenieur für Bewässerung und Leiter der AG "Regionales Wasser" im Heimatverein Calau hatte der LMBV seiner Meinung nach kostengünstigere und umweltverträglichere Lösungsansätze übermittelt.

Unter anderem schlägt er vor, Staustufen einzubauen, um den künftigen Trockenperioden vorzubeugen. Außerdem empfiehlt Emmrich, einen Drainhorizont aus Grobschotter einzubringen. Der Wasser-Experte sieht dabei mehrere Vorteile: kein Erdmassentransport, keine Inanspruchnahme von Fremdgelände zur Lagerung des Aushubes, keine Grabenunterhaltungskosten, dafür Schutz von Natur und Umwelt. Emmrich hat seine Ideen detailliert erklärt und schriftlich eingereicht. Eine Antwort habe er aber nicht bekommen: "Die Bürger werden zwar aufgefordert ihre Bedenken, Einwände und Vorschläge vorzutragen. In der Tat aber ist offensichtlicherweise keinerlei Bereitschaft vorhanden, von den eigenen Plan-Vorstellungen abzurücken."

Die LMBV habe die Vorschläge erhalten und "intensiv in der zuständigen Planungsabteilung geprüft", teilt LMBV-Sprecher Uwe Steinhuber auf Anfrage mit. Eine Umsetzung sei aus technischen und wirtschaftlichen Gründen verworfen und nicht vorgesehen. Der Einbau von Staueinrichtungen sei nicht erforderlich und würde aus Sicht der LMBV die Projektkosten unnötig erhöhen. Die geplante Grabentiefe sei aufgrund der Funktion, nämlich die Absenkung des Grundwassers auf einen ungefährlichen Grundwasserspiegel, zwingend erforderlich. Der alternative Ausbau als Drainage sei aufwendiger und teurer. Außerdem könnte eine Verockerung und damit eine Verstopfung der Drainage eintreten. Zum Rückhalt des im Grundwasser enthaltenen Eisens wird eine sogenannte neue Wasserfläche am Übergang zwischen Südgraben und Chransdorfer Fließ angelegt, erklärt Steinhuber. Das Eisen werde hier sedimentiert und dann nach Bedarf beräumt.