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Warten auf die Baugenehmigung

Nichts tut sich mehr auf dem alten Vetschauer Kulturhausplatz. Nachdem vor Wochen die Linden gefällt wurden, um Baufreiheit zu schaffen, trieben sie zu kleinen Büschen schon wieder aus. Im Auftrag der Stadt wurde das Blattwerk wieder entfernt.
Nichts tut sich mehr auf dem alten Vetschauer Kulturhausplatz. Nachdem vor Wochen die Linden gefällt wurden, um Baufreiheit zu schaffen, trieben sie zu kleinen Büschen schon wieder aus. Im Auftrag der Stadt wurde das Blattwerk wieder entfernt. FOTO: H. Kuschy
Vetschau. Die Hoffnung auf Weihnachtseinkäufe noch in diesem Jahr auf dem neuen Handelsstandort an der Kleinen Bahnhofstraße haben Vetschauer und Investor Helmut Schmid längst begraben. "Was denken Sie, was ich schon hinter mir habe", beklagt der Quickborner unsägliche bürokratische Hürden. Hannelore Kuschy

Auf dem alten Kulturhausplatz will er für rund fünf Millionen Euro einen neuen Rewe-Markt und eine Rossmann-Filiale bauen. Für diese große Variante hatten sich die Vetschauer Stadtverordneten vor knapp zwei Jahren entschieden.

Nachdem nun im Februar und März dieses Jahres das alte Kulturhaus und spätere Diskothek "Sunrise" abgerissen worden ist, herrscht bis heute die große Ruhe. Nur die Reste der großen Linden, die bereits vor Wochen gefällt wurden, haben schon wieder ausgetrieben. Noch im Februar zeigte sich Helmut Schmid optimistisch: "Jetzt wollen wir keine Zeit mehr verlieren", sagte er, nachdem mit dem Neubau des Rewe- und des Drogerie-Marktes ursprünglich schon 2016 begonnen werden sollte.

Jetzt, so scheint es, ist wieder bürokratischer Hürdenlauf angesagt. Der Quickborner wartet ungeduldig auf die Baugenehmigung. Während sich die untere Bauaufsichtsbehörde des Landkreises auf das laufende Bauantragsverfahren beruft und keine Auskünfte erteilt, schildert der Investor, worum er sich gerade zu kümmern hat, um, wie er sagt, "hoffentlich in den nächsten zehn Tagen die Genehmigung auf dem Tisch zu haben". "Die zehn Flurstücke, deren Eigentümer ich seit 2016 bin, müssen verschmolzen werden zu einem. Dazu muss ich die Vereinigungsbaulast beim Vermesser beantragen und neu eintragen lassen", erklärt er. Ansonsten müsse zu jedem Flurstück ein Abstand von drei Metern gehalten werden.

Sind alle Auflagen erfüllt, sollte noch in diesem Jahr mit dem Rohbau begonnen werden, was nach Ansicht Schmids schwierig genug sein werde, denn die Firmen seien größtenteils ausgebucht. Zwischen dem Baubeginn und der nun geplanten Eröffnung im Sommer 2018 liegt aber noch ein Winter, den heute niemand abschätzen kann.

So könnte sich auch der Rewe-Umzug von der Thälmannstraße verschieben. Im Oktober 2015 hatte Rewe bestätigt, den Mietvertrag an der Thälmannstraße um zwei Jahre verlängert zu haben.

Ob an dem Vertrag noch einmal gefeilt werden muss, ist ungewiss. Wie Stephanie Behrens von der Unternehmenskommunikation Region Ost der Rewe Group mitteilt, "können wir uns als künftiger Mieter mit den weiteren konkreten Planungsschritten erst befassen, wenn eine Baugenehmigung vorliegt". Wunsch und Ziel sei es, "die Nahversorgung mit dem bestehenden und dem künftigen Supermarkt lückenlos zu gewährleisten", so Stephanie Behrens.