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Vor dem großen Festumzug
Warmlaufen für Cottbuser Umzug

Die Prinzenpaare der 40. Session in Calau sind Revana Lidia I. und Ronny I. sowie das Kinderprinzenpaar, Ihre Lieblichkeit Prinzessin Lara 1. und seine kleine Tollität Prinz Arthur.
Die Prinzenpaare der 40. Session in Calau sind Revana Lidia I. und Ronny I. sowie das Kinderprinzenpaar, Ihre Lieblichkeit Prinzessin Lara 1. und seine kleine Tollität Prinz Arthur. FOTO: Uwe Hegewald
Calau. Calauer Carneval Club testet an zwei Tagen die Ausdauer für nächstes Wochenende.

Cottbus kann kommen. Mit einer doppelten Belastungsprobe hat sich der Calauer Carneval Club (CCC) auf die bevorstehende heiße Phase der Faschingszeit eingestimmt. Vor dem Zampern mit vier Kapellen durch die gesamte Stadt am Sonntag ist tags zuvor der traditionelle Festumzug durchgeführt worden.

Läuferisch gilt dieser als Generalprobe für den „Zug der fröhlichen Leute“, am kommenden Sonntag, 11. Februar durch Cottbus. Dort wird den Zaungästen Durchhaltevermögen abverlangt, hat Fortuna für die Calauer schließlich die Startnummer 63 gezogen. „Sie finden uns nicht im ersten, sondern im schönsten Drittel“, teilte Zug-Moderator Fred Zickert den Zuschauern am Straßenrand mit.

Thomas Schwartz – für die Moderation von der Rathaustreppe zuständig – schwor das närrische Volk aufs Ausharren ein: „Wir starten vor der Roten Laterne, aber das Warten lohnt sich“, beteuerte er.

Und das Warten lohnt sich wirklich, delegiert der CCC mit Revana I. die wohl heißeste Karnevalsprinzessin der Lausitz in die Lausitzmetropole. In den Adern von Revana Lidia Rudolph fließt südamerikanisches Blut. Mit einer brasilianischen Tanzformation gastierte sie seinerzeit im Tropical Islands und ist dort vom späteren Ehemann und aktuellem CCC-Prinzen Ronny I. zum dauerhaften Verbleiben in der Lausitz überzeugt worden. „Aus Brasilien kam ich hier her – ich kann euch sagen, mir gefällt es hier sehr“, ließ die Tanzlehrerin den Zuhörern wissen.

Karnevalsumzug in Calau FOTO: Von Uwe Hegewald

Wie stark sich die Prinzessin von der Südhalbkugel mit Karneval verbunden fühlt, konnten Calauer beim Abklingen auf dem Marktplatz erleben. Spontan reihte sich ihre Lieblichkeit in die tanzende Gruppe ein, die auf dem Granitpflaster ein spontanes La Macarena (Los del Rio) hinzauberte.

Spontanität gilt als ein Markenzeichen der Calauer Faschingsliebhaber, bestätigt Bernd Doil, bei dem in diesem Jahr die Fäden des Calauer Umzuges zusammenliefen. „Was die Reihenfolge betrifft, gibt es kaum Abweichungen. Nur bei den einzelnen Bildern, die sich dem jährlichen Motto anpassen, kommt es regelmäßig zu Veränderungen“, so der Zugmarschall. Besonders gefreut habe er sich über die spontane Zusage des „Heimatvereins Bergdörfer“ aus der Gemeinde Luckaitztal. Von der Süd- und Sonnenseite der Calauer Schweiz sind die Kostümierten per Traktor über die Kammlagen angereist, obwohl für den Abend im „Gasthaus in den Bergen“ selbst ein großer Fastnachtstanz anstand.

Wenig überrascht zeigte sich Bernd Doil vom „gewohnt zuverlässigen und souveränen Auftritt der Altnauer“. Die Faschingsleute aus dem Calauer Stadtteil bereichern den lokalen Festumzug seit vielen Jahren. Allen voran Fred Jank, der jedes Jahr die Blicke auf sich zieht. In diesem Jahr wurde die heimische Garage zum Lokschuppen verwandelt und darin ein US-amerikanisches Feuerross gebastelt. Nicht aus einer Laune heraus, sondern passend zum diesjährigen Calauer Karnevals-Motto: „Wilder Westen, Marterpfahl – 40 Jahre Karneval“ schallt es in dieser Session durch die ehemalige Kreisstadt.

Wann Moderatorinnen und Moderatoren verbal aus der Hüfte schießen, ob sich Squaws und Cowboys bei den Veranstaltungen in der Stadthalle die Friedenspfeife reichen, welche Promis schonungslos durch den Kakao gezogen werden und ob es noch Karten gibt, erfahren Interessierte im Internet unter der Adresse www.ccc1978ev.de.

Oder man begibt sich am kommenden Sonntag, 11. Februar, nach Cottbus, um für Calauer Westernhelden und das Brasilianisch-Deutsche Prinzenpaar ein langes Spalier zu bilden.