Entscheidend seien Kriterien gewesen wie Geschmack, Geruch, Aussehen, Bräunung, Kruste und Porung.

Und was ist es, was das Vetschauer Brot hat, was andere nicht haben? „Wir backen unser Brot mit eigenem Natursauerteig. Viele Bäcker besinnen sich wieder auf alte Werte, und hier im Osten war das Verwenden von Natursauerteig eigentlich nie so richtig weg“, erklärt der Meister. Dieser Teig garantiere einen besseren Geschmack, und das Brot bleibe länger frisch, ohne Chemie, versichert er. Mit den Namen für die Brotsorten aus dieser Vetschauer Backstube ist das auch so eine Sache. „Die Schrotsonne ist zum Beispiel ein Brot aus Roggenschrot und mit Sonnenkernen“, erläutert Dagmar Wahn. Beim kernigen Brandenburger hätten die Vetschauer Bäcker auf den guten Rat eines Mannes aus dem Raum Hannover gehört, mit dessen Firma die Vetschauer zusammengearbeitet haben. „Ihr seid doch Brandenburger“, habe er damals gesagt.

In der Backstube von Hans-Werner Wahn beginnt um 1.30 Uhr die Arbeit. 20 Brotsorten und 17 Sorten Brötchen werden dort neben Kuchen und Stollen gebacken – freilich nicht an jedem Tag alle. Die Technik habe sich im Laufe der Jahrzehnte sehr verbessert und erleichtere die Arbeit der heute 13 Bäcker und des Lehrlings. Er selbst, so der Chef, habe 1966 seine zweijährige Bäckerlehre im Betrieb seines Vaters begonnen.

Die Bäckerei Wahn gibt es seit dem Jahr 1938 – damals zunächst in Kostebrau. Seit 1955 bäckt die Familie in Vetschau. Im Jahr 1973 hat Hans-Werner Wahn seinen Meister gemacht. Heute beschäftigen Wahns 13 Bäcker, 24 Verkäuferinnen und zwei Kraftfahrer. Derzeit befinden sich zwei Lehringe in dieser Bäckerei in der Ausbildung.