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| 02:32 Uhr

Vom Landwirt zum Lokalpolitiker

Der Lichtenauer Rudolf Latarius hat über viele Jahrzehnte als Mitglied des Gemeinderates und Bürgermeister sowie Ortsvorsteher die Geschicke im Lübbenauer Ortsteil Kittlitz geprägt.
Der Lichtenauer Rudolf Latarius hat über viele Jahrzehnte als Mitglied des Gemeinderates und Bürgermeister sowie Ortsvorsteher die Geschicke im Lübbenauer Ortsteil Kittlitz geprägt. FOTO: Bernd Marx/bdx1
Lichtenau. Die Parkmöglichkeiten werden am morgigenSamstag im Lübbenauer Gemeindeteil Lichtenau vermutlich knapp werden. Auch die Gäste an der geselligen Kaffeetafel werden zusammenrücken müssen. Der Lichtenauer Rudolf Latarius begeht seinen 80. Geburtstag und erwartet viele Freunde und treue Wegbegleiter. Bernd Marx / bdx1

Seinen beruflichen und gesellschaftlichen Werdegang hatte sich der am 30. Januar 1936 in Buckow bei Calau geborene Rudolf Latarius etwas anders vorgestellt. "Ich wollte unbedingt Landwirt werden", so der Jubilar, der seit 1946 in Lichtenau wohnt und lebt.

Nach dem Schulbesuch in Buckow, Tornow und Zinnitz begann er eine Berufsausbildung an der Landwirtschaftsschule in Kittlitz, die er erfolgreich beendete. Bis 1960 lief das Leben von Rudolf Latarius auf geplanten Kurs. Rudolf hatte die Landwirtschaft von seinem Großvater Reinhold Duschka (1889 bis 1969) in Lichtenau übernommen und fühlte sich zwischen der jährlichen Frühjahrsbestellung und den erfolgreichen Ernteeinsätzen wohl. "Die Kollektivierung der Landwirtschaft im Jahre 1960 in Lichtenau führte zu einem entscheidenden Einschnitt in meinem beruflichen Leben", erinnert sich Rudolf Latarius.

Der tägliche Arbeitsplatz war nun in der Landwirtschaften Produktionsgenossenschaft (LPG) "Frohe Zukunft" in Tornow. "Der damalige LPG-Vorsitzende Willi Blümke forderte und förderte uns junge Leute jeden Tag", so Latarius, der nun zum Experten der umfangreichen und vielfältigen Technik in der LPG wurde.

Drei Jahre zuvor, am 11. Mai 1957, richtete sich Rudolf nach dem Klang der Kirchenglocken. Er führte seine aus Bischdorf stammende Helga vor den Altar und zum Standesamt. In den nachfolgenden Jahren bereicherten Tochter Heike, die Enkelkinder Stefanie und Markus sowie Urenkel Paul das Familienglück.

Weg in die Kommunalpolitik

Von 1967 bis zum Eintritt ins Rentenalter war die Bäuerliche Handelsgenossenschaft (BHG) in Lübbenau sein Arbeitsplatz. Was sich Rudolf Latarius in jungen Jahren kaum vorstellen konnte, trat 1980 ein. Er wurde in die Gemeindevertretung von Kittlitz gewählt, dem sein Wohnort Lichtenau seit 1968 angehörte. "Ich erlernte sehr gewissenhaft das ABC der Kommunalpolitik unter Bürgermeister Willi Wassermann", so Rudolf Latarius, der nun Gesetze, Verordnungen und Bestimmungen studierte und Versammlungsprotokolle schrieb.

Ehrenamtlicher Bürgermeister

Die Bevölkerung in und um Kittlitz verfolgte den Werdegang des Lichtenauers sehr aufmerksam und kritisch. Im Jahre 1992 schenkten ihm die Wahlberechtigten das Vertrauen: Er wurde zum Bürgermeister von Kittlitz gewählt. "Die damaligen gewaltigen Herausforderungen konnten wir nur durch eine aufgeschlossene und ehrliche Zusammenarbeit mit der Stadt Lübbenau, den Gemeindevertretern und der engagierten Bevölkerung meistern", so Rudolf Latarius. Noch heute erinnert er sich gern an die Zusammenarbeit mit Lübbenaus Altbürgermeister Wolfgang Seeliger sowie den einzelnen Ämtern und Sachgebieten.

In der Gemeinde Kittlitz wurden Straßen saniert, die Straßenbeleuchtung erneuert und Buswartehäuschen errichtet. Das Kittlitzer Gemeindehaus wurde geschaffen und das Depot der freiwilligen Feuerwehr ausgebaut. "Ich konnte mich immer auf die Gemeindevertreter, wie Heidemarie Miethke, Wolfgang Blaurock und Wolfgang Raschke sowie die engagierten Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr und die Mitglieder des Kittlitzer Chormixes 1972 verlassen", so Rudolf Latarius.

An alles kann sich Rudolf Latarius nach so langer Zeit nicht mehr erinnern. Doch die Gäste an der Kaffeetafel werden ihn auf seine erfolgreiche Arbeit als Landwirt, Bürgermeister und Ortsvorsteher von Kittlitz aufmerksam machen.