ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:42 Uhr

Vom Bohrturm-Labyrinth zum Kasbegi

Hannelore Pleger, Vorsitzende des Vetschauer Kuturvereins, bedankt sich beim Referenten und Entwicklungshelfer Axel Müller über den Vortrag. Seine Gage hat er gleich im Anschluss dem Verein gespendet.
Hannelore Pleger, Vorsitzende des Vetschauer Kuturvereins, bedankt sich beim Referenten und Entwicklungshelfer Axel Müller über den Vortrag. Seine Gage hat er gleich im Anschluss dem Verein gespendet. FOTO: Bernd Marx/bdx1
Vetschau. Über 50 Heimatfreunde und Globetrotter waren am Mittwochabend in die Vetschauer Schlossremise gekommen. Der örtliche Kulturverein hatte zu einer Südkaukasus-Tour per Lichtbild eingeladen. Die zweistündige Reiseführung übernahm der Vetschauer Entwicklungshelfer Axel Müller. Bernd Marx / bdx1

Die 41 Mitglieder des Vetschauer Heimatvereins sind dafür bekannt, dass sie die Öffentlichkeit mit dem historischen und aktuellen Kulturgut der Spreewaldstadt und ihrer nahen Umgebung bekannt machen. "Doch diesmal wollen wir alle Kulturfreunde zu einer Reise durch den Südkaukasus einladen", so Hannelore Pleger, Vorsitzende des im Jahre 1994 gegründeten Heimatvereins.

Mit Axel Müller war schnell ein sachkundiger Reiseleiter gefunden. Der 59-jährige Vetschauer, von 1994 bis 2010 Bürgermeister, arbeitet seit Juni 2015 als Teamleiter für Kommunalentwicklung der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit in der aserbaidshanischen Hauptstadt Baku.

In diesem Zeitraum lernte er die drei Länder des Südkaukasus, Aserbaidshan, Georgien (Hauptstadt Tbilisi) und Armenien (Jerewan) besser als so mancher Tourist kennen.

Neugierig auf Veränderungen

"Ich bin mal gespannt, was unser einstige Bürgermeister in der Ferne so alles erlebt hat", sagte Lutz Gubatz und freute sich auf den Vortrag. Auch Weltenbummler Helmut Ziehe war unter den Gästen und sagte: "Mal schauen, wie sich die Länder in den letzten Jahrzehnten verändert haben."

Damit die passende Atmosphäre bei den Besuchern aufkam, servierte Vereins-Kassenwartin Dörte Gork frisch aufgebrühten georgischen Schwarztee und kaukasisches Knabbergebäck.

Schon beim Einblenden der ersten Lichtbilder über Baku wurde deutlich, woher der Geldsegen für das Land am Kaspischen Meer stammt. Aus Tausenden Fördertürmen wird das begehrte Erdöl und Erdgas geholt.

Im Antlitz der großen Städte wechselten sich historische Festungsanlagen und Herrschaftssitze mit Glaspalästen und modernen Einkaufszentren ab.

Kirchen, Moscheen und Synagogen stehen oft auf engstem Raum.

Länder werden vermessen

Auf einen Kontrast wies Axel Müller hin."Die Länder bringen seit über tausend Jahre berühmte Wissenschaftler, Dichter und Gelehrte hervor, doch wir müssen ihnen bei der Schaffung der Infrastruktur und beim Aufbau von Verwaltungen Hilfe leisten", so der Entwicklungshelfer.

Gegenwärtig ist man dabei, die Länder mit modernen Messverfahren zu vermessen, um Bodeneigentum zu gewährleisten und die wichtigen Grundbuchämter aufzubauen.

Obwohl die drei Länder einen gewissen Reichtum nachweisen können, fehlt es noch an gut ausgebauten Straßen und Zufahrtswegen in die malerische Bergwelt. Nachholebedarf gibt es auch bei der Ausstattung von Polikliniken, im Wohnbereich sowie im Sektor der Wasserwirtschaft mit seinem Trink- und Abwasser.

Nach den Kampfhandlungen und kriegerischen Auseinandersetzungen in den drei Ländern kommt langsam der Tourismus wieder in Schwung. "Unsere Leser interessieren sich sehr für den Kaukasus", erzählte Dagmar Schierack, Leiterin der Bibliothek Lübbenau-Vetschau. Kein Wunder, wurde der Landstreifen zwischen Kaspischen Meer und Schwarzen Meer auch von vielen Spreewäldern in der Vergangenheit besucht.

Interessante Naturlandschaften

Mit endlosen Wüsten, grünen Bergwiesen, schneebedeckten Bergen, strömenden Gewässern, historischen Höhlen-Siedlungen, uralten Wandmalereien und verträumten Bergdörfern können alle drei Länder bei den Besuchern aus dem Ausland punkten. Und wenn der 5047 Meter hohe Kasbegi, auch als Kasbek bekannt, sich im blauen und kristallklaren Bergsee widerspiegelt, ist die Traumlandschaft eines jeden Weltenbummlers nahezu perfekt.