Mitbewohner des Aufgangs und auch Bewohner des gegenüberliegenden Blocks sehen die fleißige Frau oft bei ihrer gärtnerischen Tätigkeit, bewundern sie, denn in der näheren Umgebung gibt es kein solches Kleinod, das in Eigeninitiative entstand, gepflegt und gewartet wird.
Besonders in den zurückliegenden Tagen mit hochsommerlichen Temperaturen waren da frühmorgens reichliche Wassergaben nötig, um die Blütenpracht zu erhalten. Erika Dutzke macht um ihre Arbeit kein Aufheben.
Bei einem Gespräch plaudert sie: „Eigentlich hatte ich für die Gartenarbeit nicht allzu viel übrig. Da war ja die Arbeit im BKW in der Dreherei, dazu kam nach der Schicht noch die Hausarbeit. Aber mein Mann drängelte, doch öfter mit in den Garten zu kommen, damals noch in Calau. Da konnte ich dann auch nicht rumsitzen, hab’ dieses oder jenes auch angepackt. In unserem Neubaublock habe ich damals schon links und rechts des Eingangs für Blumen gesorgt.“
Nach dem frühen Tod ihres Ehemannes, dem Wechsel in die Vorruhezeit und ihrem Umzug nach Lübbenau wollte sie ihre freie Zeit ausfüllen. Ware es anfangs noch Knüpf- und andere Handarbeiten, fand sie mehr und mehr Gefallen an Blumen, die nicht nur das Aussehen ihres Balkons bereichern, sondern auch das Areal darunter. Tochter und Schwiegersohn haben in nicht weiter Entfernung einen Garten, in dem sie oft nicht nur mit Hand anlegt, sondern sich auch wohl fühlt. Schließlich sind auch ihre beiden Sittiche Hansi und Susi in der warmen Jahreszeit dort in ihrem Domizil. Papagei Bubi muss dagegen meist zu Hause bleiben.
Die Mieterin der Wohnung bei der WiS zog in der zweiten Rekophase in ihre derzeitige Wohnung. Da störte sie einfach das Terrain unterm Balkon. Nach dessen Erneuerung legte sie gleich Hand an, schleppte Mutterboden heran, zog selbst die Pflänzchen für die Blumen. Dazu noch die Pflege, denn Unkraut soll nichts verdecken. So kann der aufmerksame Be trachter gegenwärtig Dahlien, Trompetenblumen, Eisblumen oder das Silberblatt bestaunen. An einem Spalier rankt Clematis. Das Beet zeigt sich in einem kontrastreichen Farbbild. Der daneben stehende Baum sorgt mit seinem schattenbildenden Laubkleid dafür, dass sich die Blumen noch länger halten.
So hat die fleißige Frau nicht nur ihre Beschäftigung, sondern auch Freude an ihrer Initiative. Kommt der Herbst, dann gilt es wieder, Samen für die Aussaat im kommenden Jahr zu sammeln. „Denn ich möchte doch immer Blühendes um mich haben“ , sagt die vitale Frau.