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| 18:47 Uhr

Kommunalpolitik
Kommen und Gehen in Stadtparlamenten

 Die Stimmen sind ausgezählt. Jetzt werden in den Parlamenten die Stühle gerückt – alte Abgeordnete gehen, neue kommen. Foto: Seeger/dpa
Die Stimmen sind ausgezählt. Jetzt werden in den Parlamenten die Stühle gerückt – alte Abgeordnete gehen, neue kommen. Foto: Seeger/dpa FOTO: dpa / Patrick Seeger
Lübbenau/Vetschau/Calau. Nach den Kommunalwahlen konstituieren sich ab kommender Woche auch in Lübbenau, Vetschau und Calau die neuen Stadtverordnetenversammlungen. Viele neue Gesichter werden zu sehen sein, alte Bekannte gehen. Von Rüdiger Hofmann und Daniel Preikschat

28 Sitze gibt es in der Lübbenauer Stadtverordnetenversammlung (SVV), auf elf von ihnen wird in der neuen Wahlperiode jemand anderes Platz nehmen. Besonders in den Reihen der CDU tut sich personell einiges, nachdem drei Sitze verloren gingen. Frank Jurisch, Daniel Stange und Stefan Reiter haben bei der Kommunalwahl nicht genügend Stimmen bekommen, um das Ehrenamt weiter ausüben zu können. Dafür steigern Frauenärztin Susanne Barz und Kathrin Schreier, Trauerrednerin eines Bestattungsinstituts, die Frauenquote bei der CDU Lübbenau, in deren Reihen Bootsverleiher Martin Richter nun der einzige Mann ist.

Bei der SPD, deren Stimmenverluste sich in Grenzen hielten und die stärkste Fraktion bleibt, machen fast alle Abgeordneten weiter. Für Frank Zelder, bisher stellvertretender Fraktionsvorsitzender, kommt der Ortsverbandsvorsitzende Michael Hensel, bekannt als Mitarbeiter der Lübbenaubrücke. Eberhard Richter aus Ragow und Christian Filko scheiden bei der Alternativen Wählergemeinschaft aus. Erhalten bleibt der AWG in der Stadtverordnetenversammung der Groß Lübbenauer Landwirt Jens Teichert, der sich bei der Kommunalwahl 2014 als Einzelbewerber durchsetzte, der AWG anschloss und nun wieder gewählt wurde. Einen Sitz verloren hat auch Die Linke. Unternehmer Jörg Renaud und Peter Großmann verlassen die SVV. Dafür hat es Matthias Nevoigt geschafft, einst Leiter des Lübbenauer Gymnasiums.

 Marian von Stürmer  ziejt in die SVV in Lübbenau. Foto: Preikschat
Marian von Stürmer ziejt in die SVV in Lübbenau. Foto: Preikschat FOTO: Preikschat

Neueinsteiger sind alle sechs Vertreter der AfD. Der Dachdeckerei-Inhaber und ehemalige Bürgermeister-Kandidat Marian von Stürmer, ein Warner vor Überfremdung bei Demonstrationen in Lübbenau und Cottbus, steht als Fraktionsvorsitzender fest. Dank seiner fast 3000 Stimmen ziehen fünf weitere AfD-Mitglieder mit ihm in die SVV ein: Marcel Wepprich, Danilo Dreger, Ronny Liersch, Frank Hentschel und Jana Ebert. Wobei Jana Ebert und Frank Hentschel zum Teil deutlich weniger Stimmen bekommen haben als Kandidaten von CDU, SPD, AWG und den Linken, die es nicht in die SVV geschafft haben. Weiteres neues Gesicht: Michael Köhler von der FDP.

In Vetschau stehen 18 Plätze für die neue Wahlperiode zur Verfügung (konstituierende Sitzung ist am 24. Juni), jedoch werden nur 17 besetzt. Mitmischen werden künftig Hanka Kurz und Detlef Henseler von der AfD. Ihnen stünden drei Sitze zu, ein Sitz bleibt aber frei.

 Hagen Banusch (CDU, l.), Kathrin Danneberg (Linke) und Marian von Stürmer (AfD) haben in Vetschau, Calau und Lübbenau die meisten Stimmen geholt und Bewegung in die Stadtverordnetenversammlungen gebracht.
Hagen Banusch (CDU, l.), Kathrin Danneberg (Linke) und Marian von Stürmer (AfD) haben in Vetschau, Calau und Lübbenau die meisten Stimmen geholt und Bewegung in die Stadtverordnetenversammlungen gebracht. FOTO: Lars Hartfelder

Neuling Hagen Banusch von der CDU (mit sechs Sitzen stärkste Fraktion) hat von allen Bewerbern mit 1151 Stimmen aus dem Stand das Topergebnis erzielt. Mit Wilfried Tributh und Manuel Schmidt kommen weitere neue Gesichter hinzu. In Summe konnte die Partei einen Sitz zulegen. Im Gegensatz zur SPD, die zwei Sitze abgeben muss. Mit Uwe Jeschke, Berndt Gubatz und Hans-Ulrich Reuter stellen sie künftig drei statt fünf Vertreter. Die Linke verliert einen Sitz. Neu hinzu kommt Josephine Götze, Tochter von Susan Götze, die keinen Sitz mehr erhält. Bündnis 90/Die Grünen halten sich mit zwei Sitzen auf konstantem Niveau – Stefan Schön und Winfried Böhmer halten hier weiter das Zepter in der Hand. Die WGO hat einen Sitzverlust hinzunehmen, Heike Liesk nimmt keinen Platz mehr ein.

Auch in Calau gibt es neue Kräfteverhältnisse. Die CDU verliert zwei Sitze, ist mit sechs aber noch stärkste Fraktion. Swen Rademacher rückt ins Team, einer der Käufer des Calauer Bahnhofes. Auch die SPD präsentiert mit Toni Kasper, Leiter der Jugendspielgemeinschaft Calau, ein neues Gesicht. Die Partei behauptet im Vergleich zur Kommunalwahl 2014 ihre drei Sitze, die Ländliche Wählergemeinschaft ihre zwei.

 Kathrin Dannenberg (Linke) hat in Calau die meisten Wähler überzeugt.
Kathrin Dannenberg (Linke) hat in Calau die meisten Wähler überzeugt. FOTO: Landtag Brandenburg

Kathrin Dannenberg (Die Linke) hat mit 907 Stimmen die meisten Stimmen einheimsen können. Ihre Partei muss jedoch einen Sitz abgeben. Die Verluste von CDU und Die Linke kann sich die AfD zu Nutze machen: Hier streben mit Harald Petrick, Robert Viktor Scholz und Karsten Zergenge gleich drei neue Vertreter in das Calauer Stadtparlament. Konstituierende Sitzung ist am 19. Juni.