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| 02:42 Uhr

Viele Helferinnen unterstützten Frau Holle

Der Januar 2016 verabschiedete sich am Samstag mit einem spektakulären Morgenrot über dem Lübbenauer Ortsteil Boblitz.
Der Januar 2016 verabschiedete sich am Samstag mit einem spektakulären Morgenrot über dem Lübbenauer Ortsteil Boblitz. FOTO: B. Marx/bdx1
Boblitz. Die meteorologischen Überraschungen sind zum Beginn des Jahres 2016 nicht ausgeblieben, Plusgraden am Neujahrstag folgte bald ein tiefer Temperatursturz. Doch am Monatsende beherrschten Tauwetter, Regen und Sturm das Wetter. bdx1

Kaum waren die Reste vom Silvester-Feuerwerk weggefegt, da kamen Schneeschieber, Sand und Streusalz zum Einsatz. Am 2. Januar stellte sich der Frost mit einem kolossalen Temperatursturz ein. So wurde um 6 Uhr noch ein Grad Celsius gemessen. Doch um 10 Uhr zeigte das Thermometer bereits minus ein Grad Celsius, um 14 Uhr minus fünf Grad Celsius und um 18 Uhr minus elf Grad Celsius. Am 3. und am 4. Januar fiel das Thermometer in den Nachtstunden auf minus 12 Grad Celsius.

Doch die tiefsten Januar-Temperaturen wurden am 19. und am 22. Januar registriert. Die Quecksilbersäule im Thermometer kam erst bei minus 17 Grad Celsius zum Stehen.

Frau Holle hatte beim Ausschütteln ihrer himmlischen Federbetten fleißige Helferinnen. Die Tiefdruckgebiete Anneliese, Britta, Carolina, Daniella, Emma, Futaba, Gudrun, Hanna und Iris sorgten bis zum 23. Januar immer wieder für einen flotten Flockenwirbel über der Spreewaldregion. An elf Januartagen fielen in Boblitz Flocken. Die größte Schneehöhe wurde am 23. Januar mit zwölf Zentimetern gemessen. Am 5. Januar waren es fünf Zentimeter Schnee sowie am 6. Januar und am 17. Januar jeweils drei Zentimeter. Ob sich die Bauernweisheit "Ist der Januar kalt und weiß, kommt der Frühling ohne Eis" bewahrheiten wird?

An den 31 Januartagen fiel an 20 Tagen Regen oder Schnee mit insgesamt 67 Millimetern (67 Liter) Niederschlag auf einen Quadratmeter. Allerdings gab es da ein bedenkliches Stirnrunzeln bei den Boblitzer Landwirten, denn sie konnten sich an die alte Bauerregel erinnern: Lässt der Januar Wasser fallen, lässt der Lenz es gefrieren.

Die höchste Tagestemperatur wurde am 28. Januar mit 12 Grad Celsius gemessen. Die größte Tagestemperaturdifferenz von 15 Grad Kelvin wurde am 22. Januar gemessen. Das Thermometer legte den Weg zwischen minus 17 Grad Celsius und minus zwei Grad Celsius zurück.

Eisgang wurde im örtlichen Hafenbecken gemessen. Der Boblitzer Naturhafen begann am 3. Januar zuzufrieren. Es wurde eine Eisdicke von zwei Zentimetern gemessen. Die Obere Boblitzer Kahnfahrt war noch eisfrei. Am 7. Januar wurde bereits eine Eisdicke von zehn Zentimetern im Hafenbecken gemessen.

Die Kahnfahrt war mit einer drei Zentimeter starken Eisschicht überzogen. Am 19. Januar wurden 22 Zentimeter und am 22. Januar 28 Zentimeter Eisstärke im Hafenbecken gemessen, bevor am 23. Januar um 12 Uhr das Tauwetter einsetzte. Im Januar 1948 war an der Oberen Boblitzer Kahnfahrt eine Eisdicke von 90 Zentimetern gemessen worden. Ein Traktor schleppte 20 Anhänger hinter sich her, um Heu aus dem Spreewald zu holen.

Zahlreiche neue Maulwurfshügel waren auszumachen. Prompt gaben die Boblitzer Bauern einen Spruch zum Besten: Wirft der Maulwurf seine Hügel neu, währt der Winter bis zum Mai.

An 16 Tagen schien die Sonne. In die Januar-Statistik gingen 57 Sonnenscheinstunden ein.

Der stärkste Wind wehte am 30. Januar über Boblitz. Es wurde der Beaufortgrad "6" gemessen.

Was besagt der Hundertjährige Kalender für den Januar? Bis zur Mitte des Monats Januar herrscht schönes, kaltes Winterwetter. Dann steigen die Temperaturen und Tauwetter setzt ein. Zum Monatsende hin beginnt es zu regnen. Genauso war es im Januar 2016 in Boblitz.